Los Angeles
Nach der Ankunft stärkten wir uns erst einmal mit zwei Tandory Lachs Sandwiches und machten uns dann auf den 5-Minütigen Fußweg zum Walk of Fame, der alleine schon wegen der Leute absolut sehenswert ist. Natürlich besucht man den Walk of Fame aber vorrangig wegen der in den Boden eingelassenen Sterne mit Künstlernamen aus Film, Fernsehen, Musik und Show. Ansonsten ist aber vom Glanz & Glamour Hollywoods auf dem Walk of Fame nicht viel zu spüren. Als sehenswert zu erwähnen wären da noch das El Capitain Theatre und der Komplex rund um das Kodak Theatre, wobei hier wohl auch eher Shopping im Vordergrund steht. Ein Muss ist es sich in eines der wenigen Lokale mit
Außenplätzen zu setzen und das Treiben zu beobachten. Auf dem Rückweg ins Hotel sind wir dann noch am Capital Records Gebäude vorbei, welches für mich als Musik-Kind der 80er schon eine Bedeutung hat. Am Abend haben wir dann noch versucht die Aussicht auf L.A. bei Nacht vom Griffith Observatory zu geniessen, aber leider war der gesamte Park wegen einer Veranstaltung geschlossen und so haben wir dann nach einigen Versuchen, einen anderen Zugang zum Griffith Observatory zu finden, aufgegeben und den Besuch des Observatoriums auf den nächsten Tag verschoben. Irgendwann waren wir es halt leid durch die Hügel von Hollywood zu kurven und sind dann zurück zum Hotel.
Am nächsten Morgen und nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns ins Auto gesetzt und sind mit Ziel Downtown L.A. losgefahren. Im Nachhinein läßt sich schon mal Eines sagen: Für den Verkehr auf den Freeways und Highways in L.A. macht es kaum einen Unterschied ob Werktag oder Wochenende – Stau scheint dort immer zu sein, für Sightseeing in Downtown L.A. sind Samstag oder Sonntag wohl die besten Tage. Kaum Verkehr und so gut wie keine Menschenseele auf den Straßen – ist halt ein typischer Geschäftsviertel welches außerhalb der Bürostunden regelrecht verwaist ist. Selbst das Parken ist mit einer Ganztages-Flatrate für $ 6,00 preiswert – normalerweise zahlt man das auf einem bewachten Parkplatz für eine halbe Stunde.
Nachdem wir das Auto abgestellt hatten, führte uns der Weg ziemlich direkt zur Walt Disney Music Hall. Ich hatte im Vorfeld etwas über die interessante Architektur des Gebäudes gelesen – die Realtität übertrifft das Geschriebene und die Vorstellung jedoch bei Weitem. Die Walt Disney Music Hall ist eine Perle der Architektur und alleine dafür lohnt sich schon der Besuch in Downtown L.A.
Anschließend ließen wir uns mehr oder weniger ziellos durch die Straßen mit den hohen Bürogebäuden treiben bis dann etwas eher seltsames geschah. Auf der 1st Street, die zwischen Broadway und Main Street gesperrt war, sahen wir jede Menge Leute, die nur in weißer Unterwäsche gekleidet am Straßenrand standen oder saßen und auf irgendetwas warteten. Um diese Szenerie herum standen Windmaschinen, große Scheinwerfer und Kameras, wie man sie aus den Making-of-Filmen kennt. Überall stand Wachpersonal und beim kleinsten Versuch meine Kamera in die Hand zu nehmen, zuckten die ersten schon zusammen und kamen auf mich zu. Um keinen Ärger zu machen, habe ich die Kamera dann wieder runtergenommen und einfach hängen lassen. Zurück in Deutschland wurde dann irgendwann klar: Das war das Set für einige Szenen aus dem neuen Musikvideo von “All the lovers” von Kylie Minogue. Wenn wir das nur annähernd geahnt hätten, wären wir wohl noch etwas länger da geblieben. So sind wir zurück zum Auto und haben uns auf den Weg zum Farmer’s Market gemacht – eine echte Alternative zu einem Video Dreh von und mit Kylie Minogue.
Farmer’s Market ist wohl eher eine Name, der aus der Vergangenheit kommt, denn mit einem typischen Marktplatz, wo Bauern ihre Waren anbieten, hat das eher weniger zu tun, was es aber nicht weniger interessant macht durch die Gassen zwischen den fest installierten Verkaufsständen zu schlendern und sich von den verschiedenen Gerüchen animieren zu lassen. Da auch Mittagszeit war und wir ohnehin etwas essen wollten, haben wir uns für den Gumbo Pot und ein Jambalaya entschieden – wenn auch nicht typisch kalifornisch, sondern eher creolisch, so ist es doch eine leckere Köstlichkeit. Nach einem (irgendwie schrecklichen) Espresso bei Starbucks ging es dann weiter nach Venice Beach.

Venice Beach ist ein absolutes Muss, auch wenn ein sonniger Tag am Wochenende dafür nun wirklich nicht der beste Tag ist, denn man hat den Eindruck, dass halb L.A. an den Strand fährt. Am Venice Beach herrscht buntes Treiben und ein wildes Durcheinander von Fußgänger, Fahrradfahrer, Skater, Rollerbladder und anderen, für die ich die Bezeichnungen nicht kenne. Am Muscle Beach gibt es eine Tribüne, von der aus man den Bodybuildern beim “Pumpen” zu schauen kann und überall gibt es Bereiche und Plätze, wo Skateboarder, Skater usw. ihre Kunststücke oder einfach nur sich selbst präsentieren. Zu gerne wären wir auch hier noch länger geblieben, aber da unsere Parkzeit begrenzt war (wir haben keinen anderen Parkplatz mehr gefunden) mußten wir los. Als Nächstes stand das Griffith Observatory auf dem Programm und wie sich herausstellte, sind wir zum richtigen Zeitpunkt aufgebrochen.
Heute hatten wir Glück und die Zufahrt zum Griffith Park war nicht gesperrt. Sehr schnell haben wir festgestellt, dass wir nicht die Einzigen waren mit der Idee, einen Blick auf L.A. bei Nacht zu werfen. Jedenfalls mußten wir unser Auto bereits gut einen Kilometer vorher am Straßenrand parken und den Berg hinauflaufen. Oben angekommen haben wir uns erst einmal orientiert und dann einen Standpunkt gesucht, von dem aus man den Sonnenuntergang und das immer stärker werdende Lichtermeer der Stadt verfolgen kann – ein tolles Erlebnis.
Im Hotel angekommen, sind wir dann nochmal los, weil wir richtig Lust auf einen Drink hatten. Ungefähr 1 Kilometer vom Hotel sind wir dann im Prizzi’s Piazza, einem italienischen Restaurant mit Bar, fündig geworden. Ein paar nette Gespräche mit einigen anderen Gästen über Deutschland, was wir in den U.S.A. machen und 3 Mojitos später sind wir dann müde und zufrieden ins Hotel, um Koffer zu packen und die morgige Abreise vorzubereiten.
Ein Fazit zu Los Angeles: Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich im Vorfeld eher weniger Lust auf Los Angeles hatte – bin halt nicht so sehr der Stadtmensch. Im Nachhinein hat es mir dort sehr gut gefallen und wir hätten gut und gerne noch ein oder zwei Tage mehr in Los Angeles verbringen können.








