Mai 2014 – Ostseeinsel Rügen

Vor etwas mehr als 6 Monaten haben wir im Stern einen Artikel über Rügen und die Wasserferienwelt Rügen gelesen. Für uns Anlaß eine Woche zu buchen – hier unser Bericht.

Bevor wir zu einigen Sehenswürdigkeiten der Insel kommen, möchte ich gerne ein paar Eindrücke von der Wasserferienwelt Rügen im Yachthafen Lauterbach zeigen. Auch wenn wir keine ausgesprochenen Wasserratten oder Segelsportler sind, so hat uns diese Art direkt über dem Wasser zu wohnen sehr gut gefallen. Ich denke, diese Bilder können im Ansatz wiedergeben, wie wohl wir uns in einem der Pfahlhäuser gefühlt haben.

Rügen Mai 2014Der erste Urlaubstag

So sollte ein Urlaub eigentlich nicht beginnen: Regen, Regen, Regen und das den ganzen Morgen. Also haben wir uns mit Aufstehen und Frühstück viel Zeit gelassen, 2 Schirme eingepackt und sind dann gegen kurz vor Mittag los in Richtung Ostseebad Sellin mit einer der wohl schönsten Seebrücken der Insel.

Mit erneut einsetzendem Regen beschlossen wir uns auf dem Nordteil der Insel umzusehen. Auf dem Weg nach Norden machten wir in Prora halt um ein paar Eindrücke vom Koloss von Prora zu sammeln, einem monumentalen Bauwerk aus der Zeit des Nationalsozialismus bestehend aus 8 Gebäuden mit jeweils 550 Meter Länge.

Von hier gelangten wir über die Schaabe-Nehrung bis zum nördlichsten Punkt der Insel: Kap Arkona – na ja, erstmal nur bis zum Parkplatz kurz vor Putgarten. Wegen der schlechten Sicht wollten wir an einem anderen Tag wiederkommen – hierzu also später mehr…. Das Schöne am Regen- und Nebelwetter sind wohl die folgenden Aufnahmen, die uns (und besonders mich) dann doch hinsichtlich des Regenwetters etwas entschädigt haben.

Und dann kam die Sonne zurück…

Der Wetterbericht am Morgen des zweiten Tages versprach deutliche und anhaltende Wetterbesserung und so machten wir uns auf zu einer Wanderung im Nationalpark Jasmund um einen Blick auf die Kreidefelsen zu werfen. Wir fuhren zum Parkplatz Hagen und wanderten von dort durch wunderschöne Buchen- und Eichenwälder zum Hochuferweg am Kollicker Ort und von dort zur Victoria-Sicht und zum Königsstuhl. Dort nutze ich die Treppe zum Strand (110 Höhenmeter, 412 Stufen) um mir den Königsstuhl von unten anzuschauen und weitere Eindrücke einzufangen.

Wieder in Lauterbach angekommen versprach der Wolkenhimmel einen schönen Sonnenuntergang. Ich habe mich der Insel Vilm gewidmet und diese versucht per Langzeitbelichtung in Szene zu setzen:

Rügen Mai 2014

Strandspaziergang und Relaxen in Binz

Der Dienstag war dann der erste Tag mit strahlendem Sonnenschein und an dem die Wettervorhersage mit der Realität übereinstimmte: den ganzen Tag keine Wolke am Himmel. Wir verbrachten fast den ganzen Tag in Binz und als Erstes folgten wir einer Empfehlung und aßen am südlichen Ende der Binzer Strandpromenade in der Fischräucherei Kuse mit die besten Fischbrötchen, die wir je gegessen haben. Anschließend zogen wir unser Schuhe und Socken aus, spazierten am Strand und liessen uns das Wasser um die nackten Füße laufen. Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang setzten wir uns bei Gosch – Sylt an die Strandpromenade und liessen bei einem Aperol-Spritz und leckerem Essen die Zeit verstreichen.

Morgenstimmung am Wasser und der „Rasende Roland“

Diesen wunderbaren Sonnentag begann ich mit frühem Aufstehen und dem Plan ein paar Stimmungsbilder zum Sonnenaufgang zu machen. Leider war ich etwas spät dran, aber ein paar Eindrücke sind doch geblieben:

Nach dem Frühstück ging es zu Fuß zum Bahnhof Putbus, von wo wir mit dem „Rasenden Roland“ ins Seebad Göhren am Südost-Zipfel von Rügen fahren. Auf der Strecke Putbus-Binz war der Zug, der mit maximal 30 km/h durch die wunderbare Landschaft Rügens „rast“, doch sehr voll und einige Gäste „mussten“ auf den Außenplattformen stehen, was ich auf der Rückfahrt von Göhren auch sehr genoß. Hier ein paar Eindrücke von der Bahnfahrt und von Göhren:

Die Zeit vergeht zu schnell – der vorletzte Tag

Heute stand ein ganz besonderes Ausflugsziel und ein absolutes Muss für jeden Rügen-Besucher auf dem Programm: Der Baumwipfelpfad im Naturerbezentrum Rügen: Der absolute Wahnsinn! Und das kommt von mir, der nun überhaupt nicht schwindelfrei ist. Aber der Reihe nach… Der Einstieg erfolgt über eine erste, kleine Spiral, mit der man sich auf geschätzte 20 Meter über den Waldboden begibt. Oben angekommen führt ein breit angelegter Weg mit solider Brüstung quer durch den Wald und an verschiedenen Stationen gibt es einiges zu entdecken, bevor man dann links abbiegt und sich auf die Hauptattraktion des Baumwipfelpfades zubewegt. Um eine ca. 30 Meter hohe Buche führt die zweite Wegspirale hinauf auf einen Rundgang in 40 Meter Höhe und eröffnet damit einen grandiosen Blick über die Bäume auf das Umland mit Prorer Wiek, dem kleinen Jasmunder Boden und Bergen auf Rügen. Bei guter Sicht kann man sogar die Rügenbrücke bei Stralsund sehen, was uns aber heute verwährt blieb.

Rügen Mai 2014Nach diesem tollen Erlebnis und nach dem schlechten Wetter vom Sonntag blieb dann noch das Kap Arkona auf unserer Liste. Kap Arkona ist der nördlichste Punkt der Insel Rügen und irgendwie haben wir eine Aussichtsplattform erwartet von der aus man weit auf die Ostsee in Richtung Norden blicken kann – typisch für ein Kap eben. So viel zu den Vorstellungen und jetzt zur Realität:
Im Gegensatz zum ersten Anlauf bei Regen und Nebel am Sonntag fuhren wir heute also auf den gebührenpflichtigen Parkplatz.

Rügen Mai 2014Kleiner Exkurs: Auf Rügen gibt es bei keiner Sehenswürdigkeit und in keiner halbwegs größeren Ortschaft kostenlose Parkplätze – mit einer Ausnahme: Am Ernst-Moritz-Arndt Turm (siehe Bild) und dem angeschlossenen Freizeitpark mit Rodelbahn. Den Turm kann man gegen eine Gebühr von 1,50 € besteigen; den Schlüssel erhält man im Hotel Rugard nebenan, wenn man passendes Kleingeld hat, denn Scheingeld ist nicht gerne gesehen, da das wohl die Wechselgeldbestände zu sehr belastet und bei Scheinen über 20 Euro wird das Personal darüber hinaus auch noch unfreundlich – warum? Keine Ahnung, denn eine Antwort auf meine Frage diesbezüglich habe ich nicht bekommen, genauso wenig wie ein „Tschüß“ oder „Auf Wiedersehen“.

Rügen Mai 2014Zurück zum Kap Arkona: Wir haben uns für die Fahrt mit der Bimmelbahn entschieden. Die Bahn fährt durch den Ort Putgarten, eigentlich ein schönes, idyllisches Örtchen, welches aber doch recht stark kommerzialisiert daherkommt. Am Kap angekommen trat dann Ernüchterung ein: Der Aussichtspunkt auf dem Slawischen Burgwall war aus sicherheitstechnischen Gründen gesperrt und die Besteigung der beiden Leuchttürme ist natürlich kostenpflichtig. Ein Kurztripp zum Kap Arkona auf ca. 15 Euro für 2 Personen ohne Turmbesteigung, Essen, Trinken und mit einem Toilettengang – es drängt sich einem der Verdacht der Abzocke auf. Daher gibt es von uns für das Kap Arkona keine Empfehlung und nur ein Bild von Pat und Patachon, den beiden Leuchttürmen am Kap.

Hiddensee oder Stralsund?

Für Strandurlauber stellt sich diese Frage eigentlich nicht, oder? Da wir aber keine richtigen Strandurlauber sind haben wir uns für Stralsund entschieden – zumal für uns klar ist: Rügen besuchen wir auf jeden Fall nochmal.

Stralsund ist eine Perle und besticht durch einen enormen Reichtum an historischer Bausubstanz, nicht nur am Alter Markt und in der Altstadt, sondern auch am Johanniskloster und im Hafen. Aber was soll ich hier groß über Stralsund schreiben, wenn man das hier nachlesen kann: Klick! Ich zeige dann lieber ein paar Bilder:

Tja, und wegen der vielen Sehenswürdigkeiten auf Rügen ist doch glatt Putbus zu kurz gekommen, was sehr schade ist, denn Putbus hat auch viel Schönes zu bieten, wie z.B. den Circus, von dem ich hier ein paar Eindrücke zeigen möchte:


Übrigens: In Putbus gibt es das Rosencafé, Bahnhofstraße 1 in der Nähe zum Circus gelegen. Hier gibt es hervorragenden Kuchen, aber leider auch einen Kaffee, der des Kuchens nicht würdig ist.

Fazit

Das Fazit fällt kurz und knapp aus: Tolle Insel, viel Sehenswertes, hoher Erholungsfaktor – besonders durch die außergewöhnlichen Pfahlhäuser. Wir kommen definitiv wieder!

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