5 Anti-Reise-Tipps / 5 Don’t go there

Paleica hat auf episoden.film einen Beitrag von Janine erwähnt, dessen Beispiel ich hier folgen und meine 5 Anti-Reise-Tipps vorstellen möchte. Hat etwas gedauert, denn es galt ein paar Fotos herauszusuchen und den Text in Deutsch und Englisch zu schreiben.

Paleica mentioned on episoden.film a post from Janine and I am following this example to present my „5 don’t go there“, which took a little time because I had to find some pictures and write the text in German and English.

Ein kleines Vorwort bevor ich auf meine 5 Anti-Reise-Tipps eingehe um zu erklären worum es mir NICHT geht: Ich möchte keines dieser Reiseziele grundsätzlich als schlecht klassifizieren! Sicherlich haben andere Reisende zu den 5 nachstehenden Orten gänzlich andere Erfahrungen gemacht und ich lade jeden ein diese hier zu teilen, damit jedes negative Wort von mir eventuell etwas abgemildert wird. Bei meinen Ausführungen handelt sich um rein persönliche Erfahrungen, Eindrücke und Umstände, die mich jeweils sagen lassen: „Hier war ich, aber hier muss ich nicht nochmal hin und wenn mich jemand um einen Rat fragt ist meine Empfehlung um diesen Punkt der Welt einen Bogen zu machen.“.
Leider habe ich auch nicht mehr alle Bilder von einigen Reisen, die schon länger zurück liegen – besonders die Bilder, welche die Negativeindrücke dokumentieren, habe ich irgendwann von meinen Datenträgern gelöscht.
Please allow a small introduction on what this is NOT about before I start with my „5 don’t go there“: I don’t want to classify any of these destinations as bad in general! I am convinced that there are many other travellers that made completely different experience while visiting these locations and you are more than welcome to share these experiences to put any negative word of mine into a balanced light. My writing here is purely referring to personal experiences, impressions and circumstances which make me say: „I was here, but I will not go there again and if you ask for my opinion I recommend to leave this point of the world unvisited.“.
Unfortunately I did not keep all pictures of journeys way back in time – especially those pictures which demonstrate the negative experiences have been deleted from my data storage.

Platz 5 / Rank no. 5: St. John, New Brunswick, Kanada

Während einer 3-wöchigen Rundreise durch die Ostprovinzen Kanadas führte uns die Route auch nach St. John am südlichen Ende von New Brunswick. St. John – nicht zu verwechseln mit St. John auf Neufundland ist eine typische, nord-amerikanische Hafenstadt: klein, hohe Arbeitslosigkeit und ohne wirklich interessanten Sehenswürdigkeiten – bis auf vielleicht die Old City Market Hall, wenn man auf Wochenmärkte steht. Besucht haben wir St. John eigentlich nur weil ich die Reversing Falls sehen wollte, welche im Reiseführer als ein Naturschauspiel der besonderen Art angepriesen wurden. Verursacht durch die Meeresspiegel-Differenz zwischen Ebbe und Flut (Tidenhub) von 15 Metern fließt der Saint John River bei Flut zurück ins Landesinnere. Dieser Rückstrom des Flusses ist noch im 80 km entfernten Fredericton zu spüren. Nachdem wir uns also in der Gezeitentabelle über einen günstigen Zeitpunkt informiert hatten sind wir zu Fuß zur Brücke der Bridge Road beim Wolastoq Park und haben uns den nächsten Wechsels der Fließrichtung des St. John Rivers mit 4 oder 5 (!) anderen Besuchern angeschaut. Ich formuliere es mal so: Wenn man nicht unbedingtes Interesse an der Kraft der Gezeiten hat, dann kann muss man das nicht unbedingt gesehen. Wenn man aber ohnehin mal für ein paar Tage oder Wochen in St. John ist (Fischfang-Seminar oder so) und wirklich nichts besseres zu tun hat (Segeln, Fischen, mit Freunden treffen) dann kann überlegen sich die Umkehr der Fließrichtung anzuschauen – wenn es nicht regnet.

Ost-Kanada 2006We got to St. John at the south end of New Brunswick – not to confuse with St. John in Newfoundland – in the course of a 3 week round-trip through the easter provinces of Canada. St. John is a typical north-american harbour city: small, high rate of unemployment without any really interesting seights, except the Old City Market Hall maybe if you are keen on farmers markets. We visited St. John because I wanted to see the Reversing Falls, which were recommended as a must see in the travel guide. The Reversing Falls are caused by a difference between high and low tide of 15 meter causing the St. John River to flow back in reverse direction up to 80 km until Frederiction. Having checked the tide table to find the best time of day we walked over to the bridge of Bridge Road nearby Wolastaq Park and watched the next change of flow direction together with 4 or 5 other spectators (!). Let me put like this: If your are not addicted to the force of tides you don’t have to see this. But if you are in St. John for a couple of days anyway (maybe for a training on fishing) and you really don’t know what else you might do with your time (sailing, fishing, meet friends) this could be something to do – if it doesn’t rain.

Platz 4 / Rank no. 4: Strandurlaub auf Sansibar, Ostküste Afrika / Beach holiday on Sansibar, east coast Africa

Das Buchungspaket der Safari in Tanzania enthielt als Abschluß 6 Tage Strandurlaub auf Sansibar, genauer Unguja, der Hauptinsel des Sansibar-Archipels. Die Kurzform:

  • Safari in Tanzania: Absolut empfehlenswert, jederzeit wieder!
  • Strandurlaub auf Sansibar: Definitiv nie wieder!

Natürlich lag es zum großen Teil an der Jahreszeit und den damit verbundenen Temperaturen, denn klimatisch waren die 6 Tage auf Sansibar unerträglich. Dezember ist wohl die beste Zeit im Jahr für eine Safari in Tanzania, denn so kurz nach der kleinen Regenzeit findet eine der größten Tiermigrationen auf diesem Planeten in der Serengeti statt und dieses atemberaubende Schauspiel mit Tierherden bis zum Horizont muss man erlebt haben. Dezember ist aber auch einer der heißesten Monate im ohnehin schon tropischen Klima auf Sansibar, was zur Folge hat, dass alle Kleidungsstücke nach öffnen des Koffers blitzschnell die Luftfeuchtigkeit aufnehmen und sich somit auch ein frisches Shirt sofort wie durchgeschwitzt anfühlt. Touren auf Sansibar wie z.B. nach Stonetown oder der Besuch einer Gewürzfarm sind nichts für zart besaitete. Detaillierte Berichte über Fleisch- und Fischhallen in Stonetown mit Schwertfisch-Verarbeitung auf offener Straße erspare ich euch und die Armut und Lebensumstände der Gewürzfarmbewohner ist jenseits des Erträglichen. Beides muss man jedoch nicht besuchen, was die 6 Tage Inselaufenthalt dann jedoch zu einem reinen Strandurlaub machen. Uns haben aber die verbleibenden 4 Tage gereicht, denn wieviele lange Spaziergänge kann man machen, wieviele Stunden kann man in diesem Klima am Strand liegen, wieviel Krebse und Strandmotive kann man fotografieren? Gut, wir sind jetzt nicht die typischen Strandurlauber und möchten lieber etwas von Land und Leute sehen. Dafür muss es aber wirklich nicht Sansibar sein – das Mittelmeer oder der östliche Antlantik hat auch viele schöne Inseln. Wenn man aber als Abschluß einer gigantischen Safari in Tanzania auf 6 Tage Open-Air Sauna am Strand mit dauerhaft feuchten Klamotten nicht verzichten möchte sollte man sich nach einer Tanzania-Reise mit anschließendem Sansibar-Aufenthalt im Dezember umsehen.

The booking package „Safari in Tanzania“ contained 6 days beach holiday on Sansibar, Unguja to be more precise, which is the main island of the Sansibar archipelago. The short version:

Safari in Tanzania: A must see and we’ll do it again anytime!
Beach holiday on Sansibar: Don’t go there!

The main reason surely was the time of the year with its outside temperatures because in reference to the climate these 6 days on Sansibar were beyond all bearing. December is the best time of the year to go on safari in Tanzania because shortly after the small rainy season one of the biggest migrations of animals on this planet is taking place in the Serengeti and this breath taking scenario of animals herds till the horizon is a must see. At the same time, the month of December is one of the hottest month of the already tropical climate on Sansibar which causes all clothings being wet after opening the suitcase and a fresh shirt feels to be all in sweat shortly after taking it on. Visits and tours on Sansibar like i.e. to Stonetown or to a spice farm are not recommended for tender-harted or the thin-skinned. I skip the details and pictures about the meat and fish markets in Stonetown with swordfish processing on open street and the poverty and living conditions of the habitants at the spice farms are unbearable. There is no obligation to visit both places which turns the 6 days visit of this island to a pure beach holiday. We already had enough of the remaining 4 days, because how many long beach walks can you make, how many hours can you lay in the sand in this climate and how many pictures of crabs and beach subjects can you take? O.K., we are not the type of people enjoying beach holidays and prefer to visit a country and get to know the people and the habits, but Sansibar is not the right place for this kind of travel – the Mediterranean or eastern Atlantic has many beautiful islands for this. But if you want to finish an increadible safari in Tanzania with 6 days open-air sauna on the beach and permanently wet cloths this Sansibar visit in December is just the right thing for you.

Platz 3 / Rank no. 3: Die Bimmelbahn / „The small train with the warning bell“, Icod de los Vinos, Teneriffa

Teneriffa 2007Icod de los Vinos ist ein kleines Winzerstädtchen im Nordwesten Teneriffas und zeigt im Parque del Drago den Drago Milenario den ältesten Drachenbaum der Insel. Diesem tausendjährigen Drachenbaum verdankt der Ort auch seinen Ruhm und nicht dem Wein, wie der Ortsname vermuten läßt. Die Tickets für den Park sollte man nicht am Schalter beim Parkhaus kaufen und man sollte sich auch nicht mit der Bahn zum Park bringen lassen. Die Fahrt mit der Bimmelbahn führt durch Icod de los Vinos – ein Ort, in dem es wirklich nichts zu sehen gibt – über Kopfsteinpflaster und andere, kaputte Straßen. Man wird 15 Minuten durchgerüttelt und muss dazu noch die Abgase des Zugwagens einatmen. Besser man geht die Straße hoch, am Kartenschalter vorbei und am Ende der Straße links. Man kommt an einen schönen Platz und rechts geht es dann zum Eingang des Parque del Drago. Hier gibt es ebenfalls eine Möglichkeit Eintrittskarten zu kaufen – der Preis ist identisch. Wenn man aber gerne mit einer ungefederten Bimmelbahn kreuz und quer durch einen langweiligen Ort fahren möchte empfehle ich natürlich die Fahrt mit der Bimmelbahn – kostet ja nichts extra. Ach – ein KommeTeneriffa 2007ntar noch zum Bild rechts: Dieses Bild ist ein Sinnbild für Vieles, was uns während des Besuchs von Teneriffa passiert ist.

Icod de los Vinos is a small winery city at north-west of Teneriffa and presents the Drago Milenario – the oldest dragon tree of the island – in its Parque del Drago. This thousand years old tree is what makes this city famous and not the wine as you might think. The tickets for the park can be bought at the counter nearby the car park which you should NOT do as well as you should NOT take the little tourist train as a transport mean to the park entrance. The ride with this small train leads you through Icod de los Vinos – a small city with really nothing to see – over cobblestone pavement and other bumpy roads and not enought you have to breath-in the emissions of the train for about 15 minutes. The better choice is to walk up the road passing the the ticket sale and turn left at the end of the street where you get to a nice open space where you find the entrance to the Parque del Drago on your right with additional ticket sales at the same price. But if you are really keen on a bumpy ride crisscross through a boring village the small train with the warning bell might be the right thing for you at no extra charge. Ah – one comment to the pictures on the right: This picture is an ensign for many things that happened to us during our stay on Teneriffa.

Platz 2 / Rank no.2: South Las Vegas Boulevard, Las Vegas

Jetzt wird es ganz sicher kontrovers, denn ich weiß es gibt viele Vegas-Fans. Das hält mich aber nicht davon ab meine Meinung zum South Las Vegas Boulevard zu äußern, dessen neuerer Teil ab Stratosphere Tower einen in den Wahnsinn treiben kann. Alle 5 Meter dröhnt eine andere Melodie aus der Eingangstür des nächsten Casinos und das in einer Lautstärke die einen glauben lässt, dass die Leute ihre Kopfhöhrer als Gehörschutz tragen und nicht um Musik zu hören – und das ist nur am Abend und in der Nacht. Am nächsten Morgen zeigt der Vegas Boulevard seine ganze (Beton-)Pracht und natürlich geht das Gedröhne weiter. Es gibt jedoch auch nette Ecken in Vegas, wie z.B. die Freemont Experience, die mit einem der vielen Shuttle-Busse leicht zu erreichen ist. Wir waren froh, dass wir uns nach zwei Nächten wieder auf den Weg ins Death Valley und Richtung Yosemite machen konnten. Wenn man aber auf viele Menschen, dauerhaftes und undifferenzierbares Getöse aus allen möglichen Ecken und überhöhte Preise steht ist der South Las Vegas Boulevard ganz sicher der richtige Platz. Die Bilder zeigen ein paar Eindrücke von der Freemont Experience.

Well, this could start a controversial discussion because I know there are lots of Vegas-Fans out there, but this is not keeping me from telling you what I think about the South Las Vegas Boulevard – at least the newer part of it starting at Stratosphere Tower which can drive you mad. A new melody is bashing out of the casino doors every 5 meters with a sound level that make you think that those people wearing headphones are wearing them not to hear music but to protect their ears from the noise – and that is not only at night times but the whole day. After sunsise the Vegas Boulevard shows its entire (concrete-)beauty and surely the thumping continues. Yes, there nice corners in Vegas like the Freemont Experience which can be reached with one of the many shuttles and is an absolute „must see“.
We were happy to get out of Vegas after two nights and to hit the road heading for Death Valley and Yosemite, but if you fancy big crouds of people, permanent homogeneous roar coming from all directions and exagerated but acceptable prices (for Vegas) South Las Vegas Boulevard is the right place for you. The pictures show some impressions of Freemont Experience.

Platz 1 / Rank no. 1: Magaluf, Bucht von Mallorca, Mallorca / Magaluf, Mallorca Bay, Mallorca

Bild027Mein unangefochtener Anti-Reise-Tipp und damit unangefochten auf Platz 1 ist das Örtchen Magaluf, welches im Süden von Mallorca in der Bucht von Mallorca liegt. Sicherlich mag sich seit dem letzten Besuch im Jahre 1998 einiges oder vieles geändert haben, aber der Eindruck von damals sitzt immer noch tief. Ich fasse es kurz: Wer auf betrunkene Touristen, die vom Sonnenbrand krebsrot aber weiterhin ohne Sonnenschutz in der liegen, vor einer häßlichen Baukulisse mit schmutzigen Straßen mit Sangria-klebrigen Gehwegen steht findet hier sein Glück.

My unchallenged „Do not go there“ advice and therefore the winner of this contest is Magaluf, a small place in the south of Mallorca located at the Bay of Mallorca. I am sure that a lot might have changed sind our last visit in 1998 but the impressions from then are burned into my memory. To make a long story short: Those of you who enjoy drunken tourists, lying in the sun with deep red sunburned skin with an ugly skyline in the background and Sangria-sticky sidewalks will find luck in Magaluf.

Aufruf zur Blogparade / Call for a blog parade

Janine hat, nach dem ihr Artikel so großen Anklang gefunden hat, zur Blogparade zu diesem Thema aufgerufen. Wenn Du an dieser Blogparade teilnehmen möchtest: Hier steht wie es geht!

Janine started a blog parade on this subject after finding out that a lot of bloggers liked her post. If you want to participate in this blog parade: Here is what to do! (German only).

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4 Antworten zu 5 Anti-Reise-Tipps / 5 Don’t go there

  1. Rosas Reisen sagt:

    Hey Jörg,
    ich habe auch an Janines Parade teilgenommen und über ihren Blog hierhin gefunden! Ich habe auch echt überlegt über Las Vegas zu schreiben, ich fand es da nämlich auch gar nicht schön. Man kommt sich total surreal vor, wenn man durch dieses laute blinkende Monster mitten in der Wüste läuft. Und dann die Hitze in den Straßen und die Eiseskälte in den schummrigen Kasinos, in die kein bisschen Tageslicht fällt.
    Ich hab mich dann aber doch für einen Katastrophen-Surfurlaub entschieden 🙂
    Liebe Grüße
    Rosa

  2. Eine tolle Idee und nachvollziehbar. Ich setze Deine Tipps um und werde diese Orte meiden.
    Zum Thema Las Vegas… ich war schon unzählige Male in den Staaten – aber um Vegas habe ich immer einen großen Bogen gemacht. Das ganze erinnert mich ein bisschen an die Spielhallen an der Adria,… nur größer, teurer und lauter. 🙂
    Liebe Grüße,
    Oliver 2.0

  3. Christian Ruppenthal sagt:

    Hey Jörg!
    Richtig schöner Beitrag. In Zanzibar war ich auch schonmal.
    Als unser Flugzeug landen wollte, haben die Kinder Ihre Fußballtore von der Landebahn geräumt. Die Einreise war ein Witz.
    Und Deine Erfahrung mit dem Strandurlaub kann ich nur teilen.
    Gruß aus Aachen!

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