Samsung NX1 – Mein Lesertest für Systemkamera-Forum.de

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Meine Bewerbung für den Samsung NX1 Lesertest von systemkamera-forum.de war erfolgreich und so hatte ich die Samsung NX1 zusammen mit dem Kitobjektiv 16-50mm F2-2.8 S ED OIS im März 2015 für ca. 4 Wochen zur Verfügung. In diesem Testbericht zur Samsung NX1 möchte weniger die technischen Aspekte des Sets aus Kamera und Objektiv in den Mittelpunkt stellen, denn es geht mehr um die Praxistauglichkeit im Einsatz bei Städtereisen und Kurztripps mit dem Schwerpunkt auf Straßen- und Architekturfotografie. Trotzdem sollen die technischen Details nicht unerwähnt bleiben, die positiv oder negativ aufgefallen sind.

Zum System

Auf der Samsung-Homepage wird die Kombination aus Samsung NX1 mit dem Samsung 16-50mm F2-2.8 S ED OIS nicht im Shop geführt und im Produktkatalog wird sie nur als NX1 Value Pack zusammen mit Batteriegriff, 2. Akku und externem Ladegerät für 2.799 € zusammen mit einem Link zur Händlersuche in der Kategorie NX profi geführt. Das für den Test bereitgestellte Set aus Kamera und Objektiv findet man nur schwer in Online-Shops und wenn, dann zum Preis von 2.599 €, wie z.B. bei Foto Gregor in Köln. Mit Größe und Preis ist die Zielgruppe der Samsung NX1 aus meiner Sicht definiert: Wechselbereite Profi-Fotografen und Amateure oder Aufsteiger von einer kleineren Samsung SMART Camera.

Lieferumfang

Das Samsung NX1 - Testpaket
Das Samsung NX1 – Testpaket

Im Set-Paket ist alles enthalten, was es für einen schnellen Start braucht. Über das fehlende, externe Ladegerät möchte nicht schimpfen, denn diesbezüglich sind Sony oder andere Hersteller nicht besser; selbst bei Modellen wie einer Sony alpha 7 ist kein separates Ladegerät dabei.

Zu Beginn hatte ich etwas Sorge darüber, dass ich nur ein Akku zur Verfügung hatte. Diese Bedenken haben sich aber sehr schnell verflüchtigt, denn die Bauform der Kamera erlaubt wie auch bei klassischen DSLRs den Einsatz größerer Akkus mit einer entsprechenden Ausdauer. Im Gegensatz zu vielen spiegellosen, kleinen Kameras wie z.B. alpha 7 oder alpha 6000 von Sony hält das Akku mit Leichtigkeit einen ganzen Tag.

Handhabung

Die Kamera liegt, wie für ein Gehäuse dieser Größe zu erwarten war, sehr gut in der Hand und fast alle Bedienelement sind gut zu erreichen. Lediglich mit dem linken Bedienknopf oben auf der Kamera musste ich mich erst anfreunden. Alle Einstellungen sind zwar auch über den Funktionsknopf über das Display vorzunehmen, jedoch fehlt mir die direkte Anwahl der ISO-Einstellung über den zugehörigen Knopf mit z.B. dem rechten Daumen. Die ISO-Taste ist aus meiner Sicht auf dem linken Einstellrad schlecht platziert. Leider sind das Gesamtgewicht von 1,2 kg für mich zuviel und wären wieder ein Schritt zurück in die Welt der D-SLR-Klasse, aus der ich mich eben genau aus Gründen der Gewichts- und Größenreduktion zurückgezogen habe.

Eine Sache jedoch hat mich richtig schockiert – im positiven Sinne: Das Einschalten der Kamera verläuft im Vergleich zu meinen Sony E-Mounts rasant, ja, das ist das richtige Wort – und das auch nach einem Akkuwechsel. Irgendwas macht Sony hier komplett falsch und ich hoffe innigst, dass die Einschaltverzögerung von über 6 Sekunden nach einem Akkuwechsel bald Geschichte ist.

Samsung hat mit der NX1 vieles richtig gemacht und immer wieder hat man den Eindruck, dass man sich bei den Kameras der anderen Hersteller die besten Features herausgepickt hat um diese in die NX1 zu packen. Positiv aufgefallen sind mir:

  • Auto-ISO im M-Modus, was mittlerweile bei allen neuen Kameras Standard sein sollte
  • Neu für mich, aber sehr intuitiv: Touch-Screen, obwohl ich eher jemand bin, der die Kamera am Auge bedienen möchte
  • RAWs können in der Kamera bearbeitet und als JPG-Kopien gespeichert werden

Drei Features, die mir besonders positiv aufgefallen sind und heute wohl in jeder Kamera enthalten sein sollten:

  • Die Option die Belichtungsmessung an den gewählten bzw. aktivierten Autofokuspunkt binden zu können – etwas, das ich bei Sony gelegentlich vermisse
  • Vorwahl der längsten Verschlußzeit im A-Modus – auch das vermisse ich an meinen Kameras
  • Integrierte Programme (egal ob über das Menü oder über Apps) für Intervallaufnahmen, auch wenn mir hier eine Vorwahl der Belichtungszeit für den Bulb-Modus fehlt.

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten – so auch bei der Samsung NX1. So gibt es im Konfigurationsmenü aus meiner Sicht noch Handlungsbedarf, z.B. in Bezug auf den „Studiomodus“. Anfangs dachte ich, dass es dafür keine Einstellung gibt, aber bei Nachfrage kam der Hinweis, dass die „Feste Displayhelligkeit“ ausgeschaltet werden muss. Das nun aktivierte AF-Hilfslicht lässt sich über „AF-Anzeige – Aus“ deaktivieren. Das diese beiden Optionen in unterschiedlichen Menüs zu finden sind ist natürlich Pech. Ich musste ordentlich suchen, denn das PDF-Handbuch ist nicht wirklich eine Hilfe. Hier könnte Samsung ein wenig aufräumen, aber damit hat es sich auch schon mit der Kritik – na ja fast.

In Situationen mit geringem Umgebungslicht wie z.B. im Wald ist ein Fotografieren mit LiveView (also über das Kameradisplay und nicht über den Sucher) sehr schwierig – zumindest für mich. Von einer längeren Wandertour bin ich mit vielen verwackelten Bildern zurückgekommen, obwohl die längste Belichtungszeit auf 1/125 Sekunde und AutoISO eingestellt waren.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das Objektiv: Der Knopf für iFunction liegt ungünstig weit oben außerhalb der Reichweite meines Daumens und ist daher unbrauchbar.

Bildqualität

Mit 28 Megapixel auf einem APS-C Sensor gehört die Samsung NX1 zur Zeit wohl zu den Kameras mit höherer Pixeldichte, was sich meiner Meinung nach nicht negativ auf die Bildqualität auswirkt. Als Fan der Schwarz-Weiß-Fotografie gefallen mir die Möglichkeiten der Voreinstellung für Schwarz-Weiß-Fotos (Samsung nennt diesen Fotostil „Klassisch“) besonders gut. Hier lassen sich die Werte für z.B. Kontrast und Schärfe sehr fein einstellen, was ich mit folgenden Bildern dokumentieren möchte, die so als JPG aus der Kamera kommen:

Weitere Bilder, teils JPG aus der Kamera, teils RAW in Lightroom entwickelt, zeigen die gute Bildqualität, die sich mit der Samsung NX1 erzeugen lässt:

Für die Langzeitbelichtungen mit Einsatz eines ND-Filters hätte ich mir bei den internen Programmen eine Option gewünscht um die Belichtungszeit im Bulb-Modus auf länger als 30 Sekunden einstellen zu können. Damit könnte man sich den Kauf eines Kabelauslösers sparen. Kabelauslöser anderer Hersteller sind nicht verwendbar, denn hier verwendet Samsung wie alle anderen Hersteller proprietäre Anschlüsse. So bleib für diese Langzeitbelichtungen nur die Verwendung der maximal einstellbaren Belichtungszeit von 30 Sekunden:

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2 Antworten zu Samsung NX1 – Mein Lesertest für Systemkamera-Forum.de

  1. Exusone sagt:

    Der Bericht ist sehr Informativ. Dennoch Traue ich Samsung im Erweiterten Kamerabereich noch nicht Über den Weg! Ich würde Samsung noch einige Jahre Entwicklungszeit geben.

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