Der Nachführ-Autofokus der Sony A6000

Anfang 2014 hat Sony die A6000 (Sony Alpha 6000 bei Amazon.de) mit der Werbebotschaft „der Welt schnellster Autofokus“¹ vorgestellt, die sich mit einer Auslöseverzögerung von 0,06 Sekunden und Serienbildrate von 11 Bildern pro Sekunde an den erfahrenen Benutzer, Enthusiasten und Profi richtet und war die erste Kamera von Sony mit dem neuen 4D FOCUS:

4D FOCUS ermöglicht in vier Ebenen hervorragende Autofokusleistungen: breiter Autofokusbereich (2D Höhe und Breite), schnelle Autofokusgeschwindigkeiten (3D Tiefe) und optimiertes prognostisches Tracking (4D Zeit).

Diese Werbebotschaft wird durch eine aktuelle Werbekampagne (Frühjahr / Sommer 2015) mit Manuel Neuer aufgefrischt, die besonders das Autofokussystem in den Vordergrund stelt – Grund für mich der Technik einmal selber auf den Zahn zu fühlen.

ThisArticleInEnglishDas Autofokus-Modul der alpha 6000

Im Internet gibt es bereits viele Berichte, Tests und Videos, die sich mit diesem Thema beschäftigen und den Anspruch erheben, diese Autofokus-Leistung demonstrieren zu können. Aus meiner Sicht beschränken sich die meisten dieser Tests jedoch auf die Nachverfolgung eines Objektes, welches sich innerhalb einer Ebene im Raum und damit parallel zum Sensor bewegt (2D) und zeigen nicht, wozu das Autofokussystem der Sony A6000 in der Lage ist, wenn sich das Objekt senkrecht zum Sensor und somit auf die Kamera zubewegt (3D und 4D). Die Fähigkeiten des Autofokus (AF), die technischen Hintergründe und die optimale Kameraeinstellungen werden in diesem Beitrag beschrieben, der speziell auf die Sony A6000 abzielt, aber sicherlich auch Tipps und Informationen für AF-Systeme anderer Kameras und Hersteller bieten kann.

„Schnellster Autofokus der Welt“¹ ist eine mutige Werbeaussage, die ich in diesem Beitrag weder bestätigen noch widerlegen kann, denn dazu müsste ich einen Vergleichstest mit den verschiedensten AF-Systemen anderer Hersteller und Kameras machen. Meine Erfahrungen mit anderen Sony-Kameras (A700, A850, A55, A77, A99, etc.) und verschiedene Blicke über den Tellerrand in Richtung Canon und Nikon erlauben mir jedoch das AF-System der Sony A6000 objektiv zu bewerten. Werfen wir also einen Blick auf die technischen Details:

Neu am AF-Modul ist – zumindest laut Werbebotschaft – die 4D-Komponente, welche zur Fokussierung eines Objektes im Raum nun ein prognostisches Tracking beisteuert; also eine Vorsage der nächsten Bewegung des Objektes. Nicht ganz so neu, aber maßgeblich für die Leistung des Nachführ-Autofokus von Bedeutung, ist in der Sony A6000 der Brennebenen-Phasenerkennungs-AF (PDAF) mit 179 AF-Phasendetektionspunkten. Diese 179 AF-Punkte sind auf dem Bildsensor angebracht und auf 91% der Breite und 92% der Höhe des Bildsensors verteilt, was einen sehr flexiblen Einsatz der verschiedenen AF-Modi erlaubt und einen großen Vorteil gegenüber Spiegelreflexkameras mit APS-C Sensoren bedeutet, die technisch bedingt einen geringeren Teil des Sucherbildes mit dem AF-Modul abdecken können. Diese technischen Grenzen gelten umso mehr bei Kleinbildsensoren, denn bei gleicher Größe bzw. Abdeckung des AF-Moduls ist der verwendete Sensor ziemlich genau doppelt so groß, was die Abdeckung des Sucherbildes durch das AF-Modul auf ca. 40% begrenzt.

a77AF
AF-Modul(e) der/of Sony A77 – Quelle und Copyright / Source and Copyright http://www.sony.de

Die Platzierung des Phasenerkennungs-AF auf den Sensor ist für die Vergrößerung der Bildabdeckung mit AF-Punkten daher zwingend notwendig und logisch. Dieser Artikel bezieht sich jedoch ausschließlich auf das AF-Modul der alpha 6000 und den 4D FOCUS. Erst kürzlich hat Sony einen Leitfaden für die Nutzung des 4D FOCUS zum Download bereit gestellt, der nun auch in deutscher Sprache online verfügbar ist.

¹ Stand: 12. Februar 2014; Referenz: Digitalkameras mit Wechselobjektiv und APS-C Bildsensor. Messung gemäß der internen CIPA-Messmethode mit SEL-P1650 Objektiv, Autofokus aus und aktivem Sucher.

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