Lissabon – Tag 3 / Lisbon – day 3

Der dritte Tag in Lissabon beginnt mit einer geführten Tour und interessanten Entdeckungen.

The third day in Lisbon starts with a guided tour and very interesting discoveries.

Zur verabredeten Zeit trafen wir uns also mit Simone Klein am Café A Brasileira am Largo Chiado. Seit unserer Anfrage hatte sich noch ein weiteres Paar zu dieser Führung angemeldet, so dass wir in einer Gruppe von 5 Personen als Erstes das Chiado-Viertel kennenlernten. Diejenigen, die sich nicht für die Details interessieren, die wir während der Führung erfahren oder gelernt haben, können direkt weiter zur nächsten Galerie, welche einige Bilder von der 3 stündigen Tour zeigt.

Das Chiado-Viertel hat seinen Namen vom Dichter António Ribeiro (1520–1591), der den Spitznamen Chiado trug, was soviel bedeutet wie gewitzt oder verschlagen. António Ribeiro saß häufig im Café A Brasileira, weshalb man ihm auch eine Statue vor dem Café errichtet hat. Das Café ist noch für eine weitere Namensgebung bekannt. Zu der Zeit, als man im Café A Brasileira anfing Espresso zu servieren, gefiel den Leuten der bittere Geschmack des Espresso nicht und so entstand das Wort Bica, welches aus den Anfangsbuchstaben des Satzes „Trink dies mit Zucker“ auf Portugiesisch besteht („Beba Isto Com Açúcar„).

Der erste Zwischenstopp der Tour war ein Geschäft mit dem Namen „Loja da Burel“ in der Rua Serpa Pinto 15B. Hier bekommt man alles aus portugiesischer Schafswolle, die in einer Wollfabrik in Manteigas, einem Ort in der Serra da Estrela der portugiesischen Berge, hergestellt wird. In 2010 wurde die alte und verlassene Fabrik der Lanifícios Império wieder in Betrieb genommen. Hier werden z.B. wunderbare Decken produziert und wir freuen uns immer noch sehr, dass Frau Klein uns dieses Geschäft gezeigt hat, denn zwei sehr schöne Decken für die kalten Monate haben uns im Koffer nach Hause begleitet.

Über den Largo de São Carlos mit dem Teatro Nacional de São Carlos und dem Geburtshaus von Fernando Pessoa ging es weiter zum A Vida Portuguesa in der Rua Anchieta 11. Hier bekommt man alles, was in Portugal hergestellt wird; von Sardinenkonserven bis Seife und von Keramik bis Kleidung, ja sogar die Decken aus Manteigas – aber die hatten wir schon.

Eines der ältesten Geschäfte in Lissabon ist lt. Simone Klein das oder die Ourivesaria Aliança. Man muss einfach mal hineingehen auch wenn man nichts kauft, denn das Geschäft ist ein wahres Schmuckstück. Etwas kaufen kann man hier aber auch, denn die Preise haben keine Aufschlag, nur weil es eines der ältesten Geschäfte ist. Die Flasche Wasser 0,33 ist hier sogar mit 0,80 Euro günstiger als in manchem Kiosk.

Die Tour führte uns wieder zum Largo do Carmo, wo wir doch schon gestern waren, jedoch dieses Mal erfuhren wir Einiges über die Geschichte des Convento do Carmo (Karmeliterkloster) und das Erdbeben, welches das Kloster 1755 zerstörte. Ein Bild in der Galerie zeigt den Wachwechsel vor dem Museu Arqueológico do Carmo. Auf diesem Platz stellte ich dann auch die Frage nach den verschiedenen Hausnummern an vielen Häusern und die Antwort war dann doch verblüffend. Es gab eine Zeit in Lissabon, als in vielen Häusern hinter den Fenstern und Türen einzelne Handwerker arbeiteten und um die Besteuerung der Kleinbetriebe zu ermöglichen vergab man diese Nummern.

Weitere Bilder zeigen unseren Weg kreuz und quer durch das Viertel Chiado bis hinunter zur Praça Dom Pedro IV, wo Frau Klein uns auf das Bodendekor aufmerksam machte. Das Schiff und die zwei Krähen gehören zum Stadtwappen von Lissabon und ist uns von da an immer wieder aufgefallen – besonders an den vielen Straßenlampen. Auch die Wellen als Symbol für das Meer im Stadtwappen sind auf der Praça Dom Pedro IV wiederzufinden.

Weiter führte uns der Weg über den Platz zur Casa do Alentejo in der Rua das Portas de Santo Antão 58. Dazu zeigen die letzten Bilder in der Galerie die prunkvolle Ausstattung des Gebäudeinneren und den unverkennbaren, maurischen Einfluss.

So we met with Simone Klein at the Café A Brasileira on the Largo Chiado at the agreed time. Since we requested this tour another couple joined the group and so we were a group of 5 people to first of all get to know something about the quarter of Chiado. Those of you not interested in the details we learned during this guided tour can proceed to the gallery which shows some of pictures of this 3 hours tour.

The quarter of Chiado is named after the poet António Ribeiro (1520–1591) which had Chiado as a nickname. Chiado means something like smart or devious. António Ribeiro made the A Brasileira his second home and so there is a statue of him in front of the Café. This Café is know for another naming. At the time when they started to serve Espresso in the A Brasileira, the people did not like the bitter task of the coffee and so the word Bica was born which is composed of the initials of the sentence „Drink this with sugar“ („Beba Isto Com Açúcar“ in Portuguese).

The first stop of the tour was a shop with the name „Loja da Burel“ in Rua Serpa Pinto 15B. This shop sells everything made of portuguese sheep wool, fabricated in a fabric in Manteigas, located in the Serra da Estrela of the portuguese mountains. The old and abandoned facility of the Lanifícios Império was put into operation again in 2010 and now they produce e.g. wonderful covers. We are still very happy that Ms. Klein showed us this shop because two very nice covers came back home with us in our baggages.

Crossing the Largo de São Carlos with the Teatro Nacional de São Carlos and the birthplace of Fernando Pessoa we got to the A Vida Portuguesa in Rua Anchieta 11. In this shop you can get everything that is fabricated in Portugal; from canned sardines to soap and from ceramics to cloth, even the covers from Manteigas are sold here – but we have these already.

One of the oldest shops in Lisbon – so told us Simone Klein – is the Ourivesaria Aliança. You have to go in just to look around, even when you do not intend to by something because this shop is real gem. Of course you can buy something here because the prices do not have a surcharge as you may expect because it is one of the oldest shops. A bottle of water (0.33 l) costs 0.80 Euro and is even cheaper as at many of the kiosks.

The tour brought as to the Largo do Carmo again where we were on the day before, but this time we got to know something on the history of the Convento do Carmo (Carmelite cloister) and the earthquake which destroyed the cloister in 1755. Right on this square I also asked the question on the different house numbers per house and the answer was quite surprising: At a time when craftsmen were working behind single windows and doors this numbers were given to enable the taxation of these small businesses.

Further pictures show our way crisscross through the Chiado quarter down to the Praça Dom Pedro IV, where Ms. Klein showed us on of the stone patterns. The ship and the two crows belong to the city arms of Lisbon and from there on we recognized it again and again – especially on the many street lights. The waves as a symbol of the sea shown in the city arms can be found on the Praça Dom Pedro IV as well.

Our guided tour went over the Praça Dom Pedro IV to the Casa do Alentejo in the Rua das Portas de Santo Antão 58. The last pictures in the gallery show the magnificent décor of the building interior and the easily recognizable influence of the Moors.

In der Casa do Alentejo endete die sehr interessante Führung – solltet ihr also mal nach Lissabon reisen und Interesse an etwas Hintergrundinformationen haben, dann schaut doch mal auf diese Seite und schreibt Simone Klein an – wir finden es lohnt sich.

Mittlerweile war es schon nach 13:00 Uhr und wir hatten hunger. Während der Tour hat uns Simone Klein die Cervejaria da Trindade in der Rua Nova da Trindade 20 C gezeigt – das älteste und nach eigenen Aussagen schönste Brauhaus Portugals. Der große Saal mit Gewölbe und eines der Wandbild sind auf zwei Bildern in der obigen Galerie zu sehen. Dort wollten wir essen und mussten daher die vielen Treppen, die ebenfalls als Bilder in der Galerie zu sehen sind, wieder hinauflaufen – Puhhh! Aber der Aufstieg hat sich gelohnt und wir haben Scampis nach Bruder Hispano-Art, Sepiensalat, Sardinen, Stockfisch und frische Seezunge sowie eine leckere Mousse als Nachtisch gegessen – dazu unseren Lieblingswein (Vinho Verde) und der Aufstieg war vergessen. Nach zwei Bicas – dass es sich dabei um Espresso handelt brauche ich jetzt wohl nicht mehr zu erwähnen – schlenderten wir noch ein wenig durch das Chiado-Viertel und ließen uns dann für eine Erfrischung im Café Nicola an der Praça Dom Pedro IV nieder, von wo aus auch nachstehendes Bild entstanden ist.

This very interesting guided tour ended in the Casa do Alentejo – so, if you are going to Lisbon and you are interested in some background information you should open this page and get in touch with Simone Klein – we think it is worth it although we don’t know whether she does tours in English.

In the meantime it was beyond 1 pm and we were hungry. During the tour Simone Klein showed us the Cervejaria da Trindade in Rua Nova da Trindade 20 C – the oldest and – I quote the webpage of the restaurant: most beautiful brewhouse of Portugal. The big hall with the vault and one of the murals are shown on two pictures in the gallery. That’s the place where we wanted to eat and therefore we had to climb back up all the stairs that are shown on the subsequent pictures in the gallery – puhhh! But the climb back up was worth it and we had scampis a la Brother Hispano, sepia salad, sardines, dried cod and fresh sole as well as a nice mousse as dessert and a bottle of our favorite wine: Vinho Verde. That meal made us forget the climb. After two Bicas – I don’t think I have to explain that this means Espresso – we walked some more through the Chiado quarter, sat down at the Café Nicola on Praça Dom Pedro IV for some refreshing drinks and shot the following picture.

Schuhputzer / shoeblack

Dort sitzend betrachteten wir das Treiben mit den vielen Tuk-Tuks, mit denen man sich zu vollkommen überzogenen Preisen von 60 bis 200 Euro für eine Tour durch Lissabon fahren lassen kann, das Kommen und Gehen von Café-Gästen und die Passanten, die vorbei liefen. Außerdem fiel uns ein kleiner Kiosk unweit vom Café auf, der auch Tickets (Voucher) für Hop On-Hop Off Rundfahrten anbietet. Nach geleerten Gläsern – eigentlich war der Weg ins Hotel geplant um endlich die Einkaufstüten loszuwerden – informierten wir und dort nach den Möglichkeiten und kauften für 38 Euro zwei 48-Stunden Tickets „2 in 1„, welches die Tagus (Englisch für Tejo) und die Olisipo Tour enthält. Diese beiden Touren bieten eine 1,5-stündige Rundfahrt durch die Stadt und decken sowohl den westlichen Teil mit Belém als auch den nördlichen Teil mit dem Expo-Gelände und der Vasco da Gama – Brücke ab – zwei Orte, die wir ohnehin besuchen wollten. Nach kurzer Überlegung, wann wir mit dem 48-Stunden-Ticket beginnen wollten (den die Gültigkeit beginnt erst beim Eintausch des Vouchers in ein Ticket beim Antritt der ersten Tour) haben wir uns entschieden zur Praça Figueira zu gehen und einfach mal die Tagus Tour zu fahren um uns auf den morgigen Tag vorzubereiten, an dem wir nach Belém wollten. Von dieser Rundfahrt gibt es ein paar Bilder in der nachstehenden Galerie. Die Sehenswürdigkeiten in Belém sind aus dem Bus nicht richtig zu fotografieren – aber die seht ihr ja im nächsten Teil des Reiseberichts. Sitting there and watching the goings-on with the many Tuk-Tuks which drive you around Lisbon for completely exorbitant prices of 60 to 200 Euros, the continual coming and going of guests and the people walking bei we recognized a little kiosk not far from the Café which obviously sells tickets (voucher) for the Hop On-Hop Off bus tours. So, after having finished our drinks and although the actual plan was to go to the hotel to drop-off our shopping bags, we walked over and collected some information on what can be visited on one of these tours and instantly bought two 48 hour tickets „2 in 1“ for 38 Euros which cover the Tagus (English for Tejo) and the Olisipo tours. Both tours offer a 1.5 hour roundtrip each and get you to the western part with Belém as well as to the northern part of Lisbon with the Expo area and the Vasco da Gama bridge – two sights we wanted to visit anyway. We the vouchers in our hands we did not think much on when to start with the ticket (the validity starts with exchanging the voucher to a ticket and the first bus tour) and walked over to Praça Figueira, just to do the Tagus Tour once and completely to prepare for the next day on which we wanted to got to Belém. There are some pictures of this complete bus tour in the gallery. The sights of Belém can’t be photographed nicely from the bus but you will see them in the next part of the travel report.
Die Tour endete wieder an der Praça Figueira, von wo aus wir dann letztlich doch zu Fuß zurück ins Hotel gingen – immer noch bepackt mit den Einkaufstüten 🙂 aber in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag. Mit einem letzten Bild vom 3. Tag verabschiede ich mich und sage: Kommt wieder, der nächste Teil kommt bald. The tour ended at the Praça Figueira again from where we walked to hotel in the end – still packed with the shopping bags :-), but looking forward to the next day. This part ends with a last picture of day 3 and I say: Stay tuned, the next part is on its way.

Praça Restauradores

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4 Antworten zu Lissabon – Tag 3 / Lisbon – day 3

  1. Susanne Jupe sagt:

    Sehr schön geschrieben und auch beschrieben.. Es scheint alles in Ruhe abgelaufen zu sein. Den Kirschlikör haben wir auch probiert. Ich durfte den von meinem Mann auch trinken..zwei hintereinander sind mir nicht so gut bekommen.. ich warte nun auf den 4.Teil und hoffe, dass er nicht so lange auf sich warten lässt. Derweil husche ich mal durch die anderen Blogs.

    • J. Haag sagt:
      Verfasser

      Hallo Susanne.
      Schön, dass Du mal vorbeischaust. Teil 4 kommt morgen, Teil 5 wohl am Donnerstag und dann wäre der Bericht auch schon wieder geschrieben. Fühl Dich wie zu Hause und schau Dich ruhig um.
      Wir sehen uns in Berlin, oder?
      Grüße,
      Jörg

      • Susanne Jupe sagt:

        Hallo Jörg,
        leider sehen wir uns nicht in Berlin. Die Handwerker geben unserem Altbau ein neues Ansehen oder Kleid oder sonstwas. Auf jeden Fall sieht es dann schick aus, wenn es fertig ist:)
        Das Wochenende in Berlin wird dadurch zu teuer, das haut leider nicht hin. Mein Bruder hat mir sein Ferienhaus in Holland zur Verfügung gestellt, welches ich von Freitag bis Dienstag mit meiner Freundin nutzen kann. Dort wird es dann ausreichend Gelegenheiten geben, Bilder zu machen. Hab schon lange nicht mehr im Regen mit Wind fotografiert….. das wird eine Herausforderung.
        Ich hoffe, dass Berlin nächstes Jahr endlich mal wieder klappt…

        Nette Grüße, Susanne.. muss jetzt lesen gehen

      • J. Haag sagt:
        Verfasser

        Hallo Susanne,
        das ist doch eine tolle Alternative – Dir schöne Tage in den Niederlanden.
        Ich poste Bilder vom Teufelsberg, dann hast Du mal eine Vorschau.
        J.

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