Filter am Voigtländer HELIAR-HYPER WIDE 10mm F5.6 ?!

Das Voigtländer HELIAR-HYPER WIDE 10mm F5.6 und die ersten Bilder mit diesem Objektiv habe ich kürzlich vorgestellt. Heute möchte ich meine Lösung für die Nutzung von Filter an diesem Objektiv vorstellen.

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In diesem Beitrag habe ich auch erwähnt, dass das Objektiv kein Filtergewinde hat. Bei vielen Objektiven mit einem großen Bildwinkel ist dieser ohnehin eher unüblich, denn das würde die die Objektive im Bereich der Gegenlichtblende sehr vergrößern.

Es gibt von Haida eine Reihe Filterhalter für 150 x 150 mm Filterschreiben und für die verschiedensten Objektive – leider aber noch nicht für das Voigtländer 10mm und ich bezweifle, dass jemals ein Filterhalter speziell für dieses Objektiv, oder ein anderes von Voigtländer kommen wird. Bleiben also letztlich zwei Möglichkeiten: Entweder auf die Nutzung von z.B. ND- oder Graufilter zu verzichten oder einen Filterhalter für ein anderes Objektiv umbauen. Ich habe mich für den Versuch des Umbaus entschieden und mir dazu erst einmal bei meinem Fotohändler des Vertrauens verschiedene Objektive aus der Liste der von Haida unterstützten Model zeigen lassen um den Filterhalter mit dem geringsten Durchmesser zu finden – das ist der Haida-Filterhalter für das Olympus Zuiko 7-14mm F2.8. Hier ein paar Bilder von Kamera, Objektiv, Filterhalter und Filter-Box.

Der Ring dieses Filterhalters ist im Durchmesser 12mm weiter als der äußere Durchmesser der Gegenlichtblende des Voigtländer 10mm und erfordert damit die geringste Menge an Unterfütterung. Den Filterhalter zu haben heißt aber nicht, dass das Problem schon gelöst wäre, denn es gibt neben dem Ring, der auf die Gegenlichtblende geschoben wird, keine weitere Befestigungsmöglichkeit. Also sollte das Material zum Auffüllen der Lücke zwischen Ring und Gegenlichtblende hart genug sein um die nötige Stabilität zu liefern, weich genug sein um die Gegenlichtblende des Voigtländers nicht zu beschädigen und natürlich genau passen. Ich habe für solche Anwendungen bisher gute Erfahrungen mit Moosgummi gemacht, den es in den verschiedensten Größen und Härtegraden gibt. Bei Gummi Grün in Köln – ja, der Laden heißt wirklich so – bin ich auch recht schnell fündig geworden. Dort habe ich einen Meter Moosgummi in der Größe 3 x 20 mm mit Klebestreifen gekauft. Ideale Größe, denn der Aufsteckring ist genau 20 mm breit und 2 x 3 mm ergeben genau die 6 mm im Radius, die es aufzufüllen gilt. Der Klebestreifen auf der Rückseite erzeugt genau die 2 x 0,5 mm die es braucht, um die nötige Spannung beim Aufschieben auf das Objektiv zu erzeugen.

Wie das aber mit „Bastellösungen“ nun mal so ist: Richtig schön sieht das nicht immer aus (wobei ich mich hier in diesem Fall nicht beklagen möchte) und es gibt immer wieder den einen oder anderen Kompromiss einzugehen. Tatsächlich ist die integrierte Gegenlichtblende des Voigtländer 10mm sehr kurz, was dazu führt, dass der Ring, der den Filterhalter mit dem Objektiv verbindet, den Blendenring überdeckt. Dieses hat wiederum zur Folge, dass ein Verstellen der Blende nur durch Drehen des Filterhalters möglich ist. Wie der Filterhalter mit Filter am Objektiv und an der Kamera aussieht zeigen die nächsten Bild.

Natürlich lässt sich der Nutzen der Bastelarbeit jedoch nur dann bewerten, wenn man fertige Bilder mit diesem Objektiv und dem entsprechenden Filter machen kann. Hierzu habe ich mir für den Filterhalter den passenden ND-Filter 3.0 (entspricht einer Verlängerung der Belichtungszeit um den Faktor 1000) von Haida bestellt und ein paar „Testaufnahmen“ hier oben in Hannover gemacht.

Nun, nicht jeder mag den Effekt, den das Objektiv erzeugt, besonders dann, wenn man es nach oben oder unten schwenkt. Ich mag diese Bilder jedoch und noch gibt es keine Möglichkeit diese Bilder per JOBO LensTRUE perspektivisch korrigieren zu lassen, den es fehlt noch das Profil für das Voigtländer 10mm an der ILCE-7RM2. In Kombination mit dem Graufilter lassen sich effektvolle Aufnahmen erzeugen – wie hier im Thema Architektur und dann mit Sicherheit auch im Bereich der Landschaftsfotografie, wofür sich hoffentlich bald die Gelegenheit ergibt.

Fazit

Ich bin mit der “Bastellösung” sehr zufrieden. Natürlich gibt es ein paar kleine Unstimmigkeiten, wie z.B. das sich die Fokussierung erschwert und der Blendenring nicht mehr so gut erreichbar ist. Das sind eben die Nachteile einer adaptierten, umgebauten Lösung. Mittlerweile gibt es 100mm Filterhalter von NiSi, die speziell für das Voigtländer 10mm gebaut sind. Ich bleibe aber bei meiner Lösung – warum sollte ich diese auch ersetzten?

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J. Haag

Ich bin 1967 geboren und am Rande der Eifel in Oberelvenich und in der Natur aufgewachsen. Seit 1988 beschäftige ich mich mit der Fotografie.

Fotografie bedeutet für mich Entspannung und Abenteuer zu gleichen Teilen. Seit den ersten analogen Bildern begleiten mich Kameras und Objektive von Minolta und nach der Übernahme durch Sony bin ich dem System treu geblieben.

Heute nutze ich neben spiegellosen Systemkameras mit Kleinbildsensor auch wieder analoge Kameras im Kleinbild- und Mittelformat sowie Sony Cybershot-Kameras mit 1"-Sensor für meine fotografischen Arbeiten, wobei ich den elektronischen Sucher der Sony-Kameras besonders schätze.

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