Vollformat gegen APS-C: Sony E 16-70 mm F4 ZA OSS vs. Sony FE 24-70 mm F4 ZA OSS

Auf den ersten Blick ein Vergleich zwischen ungleichen Gegner – aber nur auf den ersten Blick. Diese Objektive sind ähnlicher als man denkt, zumindest im Brennweitenbereich bis 70mm an Kleinbild, denn beide Objektive wurden von Zeiss als Vario-Tessar® T* designed.

On the first glance, this looks like a comparison of unequal opponents – but only on the first glance. These lenses are more similar than you might think, at least in the area of focal length up to 70mm on 35 mm, because both lenses have been designed by Zeiss as Vario-Tessar® T*.


Einleitung / Introduction

Vor ziemlich genau 2 Jahren habe ich bereits einen Vergleich zwischen einem APS-C Objektiv und einem Vollformatobjektiv gemacht; damals im Weitwinkelbereich mit dem E 10-18 mm F4 OSS und dem FE 16-35 mm F4 ZA OSS. Seither habe ich die 24 Megapixel Sony A7 gegen eine 42 Megapixel Sony A7R II getauscht und lange überlegt, welches Standardzoom man an der Sony A7R II nutzen könnte. Ausgeholfen habe ich mir bei Reportagen immer mit der Sony A6000 und dem E 16-70 mm F4 ZA OSS – eine gute Kombi, aber bei High-ISO doch hin und wieder überfordert. Beim FE 24-70 mm F4 ZA OSS haben mich immer wieder die schlechten Tests und Nutzererfahrungen abgeschreckt, aber letztlich ist es dann doch in meine Fototasche gekommen – darüber berichtet habe ich bereits.

Wie bei jedem Vergleich zweier Objektive, macht man sich zu Beginn ein paar Gedanken, wie man die beiden Objektive vergleichen möchte. Vorab möchte ich sagen, dass mir die Idee zu diesem Vergleich nicht selber gekommen ist, sondern unter dem o.g. Beitrag zum FE 24-70 mm F4 ZA OSS in einem Kommentar angeregt wurde.

In der Regel vergleicht man ähnliche oder gleiche Produkte unterschiedlicher Hersteller an einer Kamera, wie z.B. 70-200 mm F2.8 – Objektive von Sony, Tamron und Sigma an einer Sony alpha 99. Für den Vergleich des E 16-70 mm F4 ZA OSS, welches für APS-C Kameras konstruiert wurde, mit dem FE 24-70 mm F4 ZA OSS, gebaut für Vollformat-Kameras, gibt es viele Möglichkeiten. So könnte man z.B. beide Objektive an der Sony A6000, A6300 oder einer anderen APS-C Kamera mit E-Mount vergleichen. Diesen Vergleich halte ich nicht für sinnvoll, denn zum einen würde man im unteren Brennweitenbereich sehr unterschiedliche Bildwinkel vergleichen: 83° bei 16 mm am E 16-70 mm F4 ZA OSS und 61° bei 24 mm am FE 24-70 mm F4 ZA OSS, zum anderen könnte man an einer APS-C Kamera die Randbereiche des FE 24-70 mm F4 ZA OSS nicht auswerten, da die APS-C Kamera nicht den vollen Bildkreis nutzen würde.
Eine andere Möglichkeit wäre, beide Objektive an einer Sony A7R II zu vergleichen. Hier würden vergleichbare Bilder mit 42 Megapixel unter Verwendung des FE 24-70 mm F4 ZA OSS und 18 Megapixel beim E 16-70 mm F4 ZA OSS im Crop-Modus entstehen. Der große Vorteil bei diesem Vergleich wäre die identische Anzahl von Sensorpixel / cm², denn die A6000 stellt mit einer Anzahl von 6,65 Megapixel / cm² tatsächlich leicht höhere Anforderungen an ein Objektiv als eine A7R II mit 4,94 Megapixel / cm².
Ich bin jedoch der Meinung, dass man die beiden Objektive an Kameras mit dem Sensor testen sollte für den sie entwickelt, gebaut und damit vorgesehen sind. Das stellt sicher, dass der Sensor und erzeugter Bildkreis des Objektivs zusammenpassen und die Randbereiche von Objektiv und Sensor bewertet werden können. Deshalb vergleiche ich Bilder, gemacht mit dem E 16-70 mm F4 ZA OSS an der A6000, mit Bildern, die mit dem FE 24-70 mm F4 ZA OSS an der A7R II gemacht wurden. Damit werden beide Objektive an der Sony-Kamera mit der jeweils höchsten Auflösung ihrer Klasse getestet. Ich denke außerdem, dass dieser Vergleich besonders für die Fotografen hilfreich ist, die z.B. überlegen auf Vollformat um- bzw. aufzusteigen, aber auch für die Fotografen, die sich überlegen vollständig aus dem Vollformatbereich zurückzuziehen.

Und damit der Vergleich auch ein richtiger Vergleich ist, habe ich mir noch ein paar weitere Überlegungen und Gedankengemacht:

  • Da die A6000 keine Sensorstabilisierung hat, habe ich die Bilder vom Stativ gemacht und dazu natürlich die Sensorstabilisierung an der A7R II abgeschaltet.
  • Außerdem habe ich an beiden Kameras die Einstellungen für die Objektivkorrektur aktiviert gelassen, um die bestmöglichen Bildergebnisse zu erzielen.
  • Erzeugt wurden JPGs in maximaler Auflösung unter Verwendung des Kreativmodus „Neutral“ mit Default-Einstellung; die Bilder wurden nicht nach Lightroom importiert und auch sonst keine Bildveränderungen vorgenommen.
  • Die Bilder aus der A7R II wurden auf die Auflösung der A6000 (6000×4000 Bildpunkte) heruntergerechnet, damit die Auschnitte im Vergleich den gleichen Maßstab haben.
  • Alle weiteren Kameraeinstellungen wie AF, Belichtungsmessung, etc. wurden so weit als möglich identisch konfiguriert.

Bevor wir uns aber an die Analyse der Bilder machen, erst einmal ein paar technische Daten und eine visuelle Gegenüberstellung der beiden Objektive.

Almost exactly 2 years ago I did a comparison between an APS-C lens and a full frame lens in the wide angle area with the Sony E 10-18 mm F4 OSS and the FE 16-35 mm F4 ZA OSS. Since then I exchanged the 24 megapixel Sony A7 with a 42 megapixel Sony A7R II and was thinking for a long time which standard zoom would be a good and reasonable choice for the Sony A7R II. In the meantime I helped myself with the Sony A6000 and the E 16-70 mm F4 ZA OSS – a good team but sometimes overstrained when it comes to high-ISO. In reference to the FE 24-70 mm F4 ZA OSS, there were the bad verdicts of some tests and weaknesses reported by some users but finally I decided to buy it and put it into my photobag – a first report has already been written.

Comparing two lenses usually starts with thinking about how to do the comparison of the two lenses in detail. But let me first explain that the idea for this comparison did not come out of my brain but was initiated by a comment under the above mentioned post on the FE 24-70 mm F4 ZA OSS.

Usually you would do a comparison of similar or identical products of different manufacturers on the same camera, like comparing a 70-200 mm F2.8 lens from Sony, Tamron and Sigma on a Sony alpha 99. A comparison of a E 16-70 mm F4 ZA OSS, build for an APS-C camera, with a FE 24-70 mm F4 ZA OSS, constructed for a full-frame camera, can be done in a couple of different ways. One option would be to compare both lenses on a Sony A6000, A6300 or any other APS-C camera with E-Mount. I don’t rate such a comparison as reasonable, because on one hand this would compare very different angles of view in the lower range of focal lengths: 83° at 16 mm on the E 16-70 mm F4 ZA OSS with 61° at 24 mm on the FE 24-70 mm F4 ZA OSS and on the other hand the border areas of the images shot with the FE 24-70 mm F4 ZA OSS on an APS-C camera can’t be evaluated, becasue the APS-C camera does not cover the entire image circle of the lens.
Another way could be to compare both lenses on the Sony A7R II. This would produce comparable images with 42 megapixel using the the FE 24-70 mm F4 ZA OSS and 18 megapixel using the E 16-70 mm F4 ZA OSS in crop mode. The big advantage of a comparison like this would be identical amount of sensor pixel by cm², because the A6000 with its 6.65 megapixels by cm² makes higher demands on the lenses than the A7R II with its 4.94 megapixel by cm².
In my opinion you should always compare lenses using the cameras with the sensor they have been designed, build and are meant for. This ensures that sensor and image circle of the lens match and so all border areas of lens and sensor can be evaluated. Therefore I compare images made with the E 16-70 mm F4 ZA OSS on the A6000 with images made with the FE 24-70 mm F4 ZA OSS on the A7RII and so both lenses are tested on the Sony camera with the highest resolution of their camera class. Additionally I think that this comparison is especially helpful for photographers that might think about to switch to a full-frame camera or get one in addition ot the APS-C system, but also for those photographers that might think about to retire from the full-frame sector.

And to ensure, that this comparison is a valid comparison there are a couple more things to consider:

  • The A6000 does not have any sensor stabilization and so I shot the images from a tripod and turned off the image stabilization on the A7R II.
  • I left the settings for the lens corrections activated on both cameras to ensure getting the best possible image quality.
  • I shot JPG in maximum resolution by using the creative mode „Neutral“ with default settings, the pictures where not processed using Lightroom and no image processing was applied.
  • The images shot with the A7R II have been down-scaled to the resolution of the A6000 (6000×4000 pixels) so that the crops in the comparision have the same scale.
  • All other camera settings like AF, exposure metering, etc. were identically configured as far as possible.

Before starting with the analysis of the images let me list an excerpt of the technical specifications and provide a visual comparison of the lenses.

Technische Daten / Specifications

Vario-Tessar® T* E 16–70 mm F4 ZA OSS Vario-Tessar® T* FE 24–70 mm F4 ZA OSS
Größe:  66,6 x 75 mm Size:  73 x 94,5 mm
Gewicht:  308 g Weight:  426 g
Brennweite (35mm):  25-105 mm Focal length (35mm):  24-70 mm
Naheinstellgrenze:  0,35 m Min. focusing distance:  0,4 m
Filterdurchmesser:  55 mm Diameter of filter thread:  67 mm
UVP: € 1.099,00 RRP:  € 1.249,00
Straßenpreis (Datum)
Amazon DE:
Ebay DE:
Street price (Date)
Amazon US:
Ebay US:

Aufbau / Setting

Die folgenden zwei Bilder zeigen den Aufbau für die Testbilder. Durch das Schrägstellen der Kameras habe ich erzwungen, dass in den Ecken Bildinformationen für einen Vergleich verfügbar sind und diese auf der gleichen Schärfenebene wie die Mitte liegen. Über die beiden Empfänger und einen Sender habe ich das zeitgleiche Auslösen der Kameras ermöglicht. The following two pictures show the setup for the test images. Tilting the cameras to the right was done to get usable image parts or information in the corners which is in the same focal plan like the center part of the image. The two flash trigger receivers and the sender unit enabled me to push the shutter release of both cameras at the same time remotely.

20161112_dsc02189_dsc-rx100m4 20161112_dsc02190_dsc-rx100m4

Vergleich / Comparison

Für den Vergleich der Bildqualität in der Mitte, am Rand und in der Ecke wurden Blendenreihen mit F4, F4.5, F5.6, F8 und F11 an den Brennweiten 24, 35, 50 und 70mm am Kleinbildsensor (an APS-C Sichtwinkel entsprechende Brennweite) erstellt. Die Zwischenblende F4.5 habe ich mit in den Vergleich aufgenommen um zu sehen, ob das Abblenden um eine Stufe eine Verbesserung in der Abbildungsleistung zeigt. Die roten Rechtecke zeigen die Bereiche, die ich für den Vergleich ausgewählt habe. I shot apertures series of F4, F4.5, F5.6, F8 and F11 and focal lengths of 24, 35, 50 and 70 mm on full-frame sensor (relating focal length on APS-C angle of view) for the comparison of image center, border and corner. The aperture F4.5 was selected for the comparison to see, whether stopping down the lens by one step increases the image quality. The red rectangles mark the areas of the images which have been selected for the comparison.
vergleich_16-70_24-70_rhein
Rhein / rhine
Im Folgenden nun die Gegenüberstellung der Ausschnitte. Dabei möchte ich anmerken, dass es nicht immer einfach für eine gewählte Brennweite am Kleinbildsensor die entsprechende Brennweite am APS-C Sensor einzustellen und den passenden Bildausschnitt zu treffen. Die Originaldateien zu diesem Vergleich stehen über die WEB.DE-Cloud zur Verfügung und können zur eigenen Begutachtung heruntergeladen werden: Download The following is now the direct comparison of the cropped image parts. Let me state, that it is not always easy to find the equivalent focal lengths on the APS-C sensor system matching the angle of view of the focal length selected on the full-frame system to match the selected image crop. The original files for this comparison can be downloaded from my WEB.DE-Cloud to perform your own comparisons and find your own verdict: Download

24 mm – Mitte / Center

24mm-f4-0-f11-mitte_center

24 mm – Rand / Border

24mm-f4-0-f11-rand_border

24 mm – Ecke / Corner

24mm-f4-0-f11-ecke_corner

35 mm – Mitte / Center

35mm-f4-0-f11-mitte_center

35 mm – Rand / Border

35mm-f4-0-f11-rand_border

35 mm – Ecke / Corner

35mm-f4-0-f11-ecke_corner

50 mm – Mitte / Center

50mm-f4-0-f11-mitte_center

50 mm – Rand / Border

50mm-f4-0-f11-rand_border

50 mm – Ecke / Corner

50mm-f4-0-f11-ecke_corner

70 mm – Mitte / Center

70mm-f4-0-f11-mitte_center

70 mm – Rand / Border

70mm-f4-0-f11-rand_border

70 mm – Ecke / Corner

70mm-f4-0-f11-ecke_corner

Bilder / Images

Interessant sind aber eben nicht nur Vergleichs- und Testbilder, sondern ganz besonders die Bilder, die im Gebrauch der Objektive entstehen. An dieser Stelle möchte ich ein klein wenig das Fazit vorwegnehmen, denn auch wenn das E 16-70 mm F4 ZA OSS in den Ecken und am Rand bei fast allen Brennweiten und bis Blende 5.6 ein paar Schwächen zeigt, so ist es in Verbindung mit der A6000 das ideale Standardobjektive und Immerdrauf für die Reise. In den nächsten 7 Monaten stehen 3 Reisen an, darunter auch eine Fernreise, und ich brauche nicht lange zu überlegen um mich für meine Ausrüstung zu entscheiden. Auch wenn das FE 24-70 an der A7RII über alle Brennweiten außer 70mm deutlich besser ist, so wäre mir diese Kombination plus die anderen Objektive für die Reise dann deutlich zu schwer. Hier also ein paar Aufnahmen gemacht mit dem E 16-70 mm F4 ZA OSS an der A6000 und dem FE 24-70 mm F4 ZA OSS an der A7RII – von letzterer Kombination gibt es leider noch nicht so viele Aufnahmen. To compare two lenses, not only test-images are of interest but especially those images which have been shot using these lenses on a day-by-day level. This is sort of a preview onto the verdict when I say that the E 16-70 mm F4 ZA OSS in combination with the A6000 is the ideal standard zoom lens and a good always-on for travel, although it shows some weaknesses in the corners and at the border over all focal lengths up to F 5.6. We have planned 3 journeys during the next 7 months, one of them is a long distance travel and I don’t need much thinking to peek my gear for all of these trips. Even though the FE 24-70 delivers better quality on the A7RII over all focal lengths except 70 mm, still this gear setup in addition to the other lenses is to heavy for me to travel. The following gallery shows images shot with the E 16-70 mm F4 ZA OSS on the A6000 and the FE 24-70 mm F4 ZA OSS on the A7RII – the later combination has not been used that much yet to show more images.

E 16-70 mm F4 ZA OSS / A6000

E 24-70 mm F4 ZA OSS / A7RII

Fazit / Verdict

Ist es fair ein APS-C 16-70 mit einem Vollformat 24-70 zu vergleichen? Ich denke ja, denn beide sind hochpreisige Objektive und für die jeweilige Sensorgröße mit der entsprechenden Pixeldichte entwickelt worden. Werfen wir aber zuerst einen Blick auf die Bilddaten bevor ich mein persönliches Urteil fälle.

Fangen wir mit der Bildmitte an: Im Weitwinkelbereich bei 24mm (16mm an APS-C) zeigt das E 16-70 F4 ZA OSS bei Offenblende eine deutliche Schwäche, die aber mit dem Abblenden um eine 1/3 Blende auf F4.5 nicht unbedingt beseitigt ist, aber deutlich besser ist. Diese Schwäche zeigt sich auch bei 35 mm, jedoch nicht bei 50 und 70mm (KB-Äquivalent). In den unteren Brennweiten ist das E 16-70 ab Blende 5.6 dann vergleichbar mit dem FE 24-70, welches aus meiner Sicht in der Bildmitte über alle Brennweiten und Blenden ohne Einschränkung nutzbar ist.

Am Rand zeigt sich ein etwas anderes Bild. Hier ist bei 24mm (16mm an APS-C) kein wirklicher Unterschied zu sehen – beide Objektive liefern ein gleich schlechtes Ergebnis. Das bedeutet, dass der Abfall zum Rand beim FE 24-70 bei 24mm deutlich stärker ausgeprägt ist als am E 16-70. Bei FE 24-70 hilft auch kein Abblenden, was am APS-C Pendant zu einer leichten Bildverbesserung ab Blende 8 führt. Dieses Bild kehrt sich bei 35 mm (KB-Äquivalent) zu Gunsten des FE 24-70 um. Es liefert ab Offenblende gute Ergebnisse und kann erst bei Blende 11 vom kleinen Bruder eingeholt, aber nicht überholt werden. Gleiches gilt auch für 50 mm (KB-Äquivalent), was sich bei 70 mm wieder anders darstellt. Hier ist das FE 24-70 am Ende des Zoombereiches angelangt, lässt wohl daher wieder etwas nach und kann ab Blende 5.6 wieder gleichziehen. Man sieht deutlich, dass das E 16-70 erst im mittleren Bereich des Zoombereiches ist, auch wenn F4.5 bei 70mm (KB-Äquivalent) ein unscharfes Ergebnis liefert – hier möchte ich einen Fotografenfehler nicht ausschließen.

Kommen wir zu den Ecken: Die Ecken sind beim FE 24-70 überraschend gut – damit hätte ich nach der Begutachtung des Randbereiches nicht gerechnet. Das E 16-70 bleibt hier bei allen Brennweiten und bei allen Blenden zurück, stellenweise sogar deutlich – außer bei 70 mm (KB-Äquivalent), wo sich das FE 24-70 ab Blende 5.6 geschlagen geben muss.

Mit diesem Ergebnis lassen sich für mich einige Fragen beantworten, die für den einen oder anderen Leser interessant sind:

  1. Würde sich ein Umstieg von Vollformat auf APS-C lohnen, um z.B. insgesamt Gewicht zu sparen?
    Aus meiner Sicht nicht, es sei denn, man ist mit dem insgesamt festzustellenden Verlust an Bildqualität einverstanden.
  2. Lohnt sich ein „Aufstieg“ auf Vollformat von APS-C ohne auf das Gewicht zu schauen?
    Dazu habe ich eine klare Meinung: Wenn das Geld dafür da ist auf jeden Fall. Eine Vollformat-A7 ist in Verbindung mit dem FE 24-70 eine tolle Kombination für Reportagen jeglicher Art, egal ob Hochzeit, Familienfeier, Events oder eine journalistische Dokumentation.
  3. Was ist die bessere Kombination für die Reise?
    Trotz des Punktsieges für das FE 24-70 an der A7R II werde ich auf Reisen weiter auf die A6000 (zukünftig A6500) setzen. Die A6000 wiegt zusammen mit E 10-18 F4, E 16-70 F4 und dem E 55-210 F4.5-6.3 nur 1,4 Kilogramm bei sehr geringem Packmaß und das wird sich auch mit der A6500 nur unwesentlich ändern. Selbst für den höheren Anspruch wie z.B. große Drucke von Motiven der Reise würde das APS-C System reichen, jedoch würde ich dafür dann  Festbrennweiten verwenden – aber das wäre an Vollformat nicht anders.

Für diesen Beitrag verwendete Artikel, in Klammern Affiliate-Links):

Is it fair to compare an APS-C 16-70 with a full-frame 24-70 lens? I think yes, because both of them are high-priced products and have been designed for their particular system and sensor size with the referring pixel density. But let’s have a look first on the test images before I render my personal judgement.

Let’s start with the image center: In the wide angle area at 24mm (16mm on APS-C) the E 16-70 F4 ZA OSS shows a bad weakness at open aperture. This does not disappear by stopping down about 1/3 aperture to F4.5 but gets significantly better. This weakness also shows at 35 mm but not at 50 and 70 mm (full-frame equivalent). In the lower focal lengths the E 16-70 is comparable to the FE 24-70 from F5.6 onwards. From my point of view the FE 24-70 is usable without limitations at all focal lengths and apertures when it comes to center sharpness.

The results are a bit different when we look at the border crops. There is no real difference at 24 mm (16mm on APS-C) – both lenses deliver an equally bad result. This means, that the fall off towards the border is higher with the FE 24-70 at 24 mm than with the E 16-70 at 16 mm. Stopping down does not help the FE 24-70 but the results with the E 16-70 on the APS-C sensor are getting better with F8 and F11. At 35 mm (full-frame equivalent) this is just the other way around and the FE 24-70 is in the lead. Here, it delivers good results starting at open aperture and only at F11 the little brother catches up but can’t really take the lead. This is the same for 50 mm (full-frame equivalent) which turns to the opposite again at 70 mm, where the FE 24-70 reaches its zoom-end position. This is obviously the reason for falling off at 70mm and open aperture but catches up again at F5.6 and f8. This clearly shows that the E 16-70 is in the mid-range of the zoom area where it is at its best, even though it delivers an unsharp result at F4.5 and 70mm (full-frame equivalent) – I don’t want to exclude a photographer error as the root cause for this.

Getting to the corners: The corner crops are surprisingly good with the FE 24-70, something I would not have expected after the closer look on the border crops. The E 16-70 is left behind at all focal lengths and apertures, sometimes even a lot. Except at 70 mm (full-frame equivalent), where the FE 24-70 is the looser from F5.6 to F11.

This result in mind there are a couple of questions I can answer for myself, which might be interesting for some of my readers here:

  1. Would it be worthwhile to switch from a full-frame to an APS-C system to e.g. save weight in general?
    My answer is „No“, unless you are willing to accept the overall loss of image quality.
  2. Is an „upgrade“ from APS-C to full-frame worth it without considering the weight aspect?
    I have a clear opinion on this: If you have the money there is no reason to hesitate. A full-frame A7 with the FE 24-70 is a wonderful combination for reportage shootings of any kind, no matter if marriage, family celebrations, events or journalistic documentations.
  3. Which is the better combination for traveling?
    Well, although the FE 24-70 on the A7R II ist the overall winner, I will continue to use the A6000 (A6500 in the near future). The A6000 with E 10-18 F4, E 16-70 F4 and E 55-210 F4.5-6.3 has a total weight of 1400 grams with using up little space and that will not change a lot with the A6500. Even for the higher expectations like bigger prints of shots from a journey the APS-C system would be sufficient, although I would use prime lenses for this – but this would not be any different with a full-frame system.

Products used in this post (affiliate links in brackets):

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9 Antworten zu Vollformat gegen APS-C: Sony E 16-70 mm F4 ZA OSS vs. Sony FE 24-70 mm F4 ZA OSS

  1. J. Haag sagt:
    Verfasser

    Im Fazit des Beitrags schreibe ich:

    „Was ist die bessere Kombination für die Reise?
    Trotz des Punktsieges für das FE 24-70 an der A7R II werde ich auf Reisen weiter auf die A6000 (zukünftig A6500) setzen.“

    An dieser Stelle: Die A6500 ist es nicht geworden, dafür die RX10 III, die sich zwischenzeitlich schon in ausgiebigen Test und auf den ersten Wanderungen bewährt hat. In Kürze muss sie dann auch auf einer Reise zeigen, ob sie die Lorbeeren wirklich verdient. Hier die Links:

    https://joerghaag.com/2017/03/28/erster-kontakt-first-contact-sony-rx10-iii/
    https://joerghaag.com/2017/04/10/die-rx10-iii-als-telezoom-und-makro-the-rx10-iii-as-a-tele-zoom-and-macro/
    https://joerghaag.com/2017/04/06/wandern-mit-der-hiking-with-the-sony-rx10-iii/
    https://joerghaag.com/2017/04/24/wandern-im-hunsrueck-hiking-in-the-hunsrueck/

  2. klaus sagt:

    Ich hatte mal das 28-70 mit der A7R mitgekauft, weil die Testberichte das 24-70 auf ähnlichen Niveau sahen. Es gefiel mir aber nie und es wurde für kein einziges Foto eingesetzt und liegt im Schrank. Ich halte dieses Teil nicht für angemessen. Wegen Reisen in Gegenden, wo man eher nicht gerne das Objektiv wechselt, kaufte ich mir kürzlich das 24-240 unter der Vorstellung, schlechter als das 24-70 kann es nicht sein. Es ist auf jeden Fall besser als das 28-70 und von der Mitte bis zum rechten Rand ziemlich gut. Es ist leider dezentriert und ist gerade beim Service. Das 24-70 hatte ich mal vorgeschraubt und fand es ebenfalls deutlich besser als das Billigkit.
    Bezüglich Gewichtsersparnis auf Ferneisen (ich habe sogar in mft investiert): mittlerweile bleibe ich bei VF, denn so richtig entscheidend ist der Unterschied auch nicht. Meine A6000, mal als backup gedacht, wiegt kaum weniger als die A7R und mein Immerdrauf, das 16-35 wiegt zusammen mit der A7R unter 1000g. Und dazu gehört die A7II mit dem 70-200, welches dann das Gewicht ein wenig in die Höhe treibt aber letztenendes gerademal zusammen rund 1kg mehr wöge als die 2x APSC-Variante. Da passt noch das 2,8/35 in die Tasche.
    Das wäre zumindest meine 95% Basisvariante, wenn ich das Macro und zukünftiges UWW daheim ließe.
    Gruß, K.

    • J. Haag sagt:
      Verfasser

      Hallo Klaus,
      Danke für Deinen Kommentar. Ja, das 24-240 hatte ich mal zum Testen: https://joerghaag.com/2015/03/18/erster-kontakt-sony-fe-24-240mm-f35-63/. Mir ist es zu schwer, zu klobig, auch wenn es den Objektivwechsel spart. Für die Reise scheine ich nun fündig geworden zu sein: Die RX10 III stellt mich auf Wanderungen bisher sehr zufrieden (siehe meinen letzten Kommentar hier) und in Kürze wird sich zeigen, ob es auf Reisen ebenso ist.
      Viel Spaß mit dem Voigtländer 10mm
      Gruß, J.

  3. letztendlich ist es doch wichtig, dass es für Dich stimmt und Du mit Deinem Objektiv zufrieden bist. Testberichte und Punkte sind das eine; was man mit einem Objektiv fotografiert das andere…
    PS: ich hatte mir nämlich auch überlegt, ob das 24-70 F4 von Zeiss eine Option für meine A7II wäre. Schliesslich hatte ich mich jedoch entschieden beim 28-70 Kit zu bleiben und mir für das gespaarte Geld noch das 35mm F2.8 von Zeiss zu kaufen (was in allen Belangen absolut überzeugend ist).
    Mittlerweile habe ich mir jedoch die A99II geleistet und fahre auf der a-mount Linie weiter (da ich noch relativ viel Sportfotografie mache und die gesamte A7 Reihe dafür einfach zu lahm ist) während ich die A7II vor allen verwende, wenn ich mit möglichst leichter und kompakter Ausrüstung unterwegs sein will… (z.B. in den Ferien)

    • J. Haag sagt:
      Verfasser

      Allerdings und das bin ich. Beim letzten Teil verstehe ich dich. Da ich aber kein Sport fotografiere bin ich nicht in dieser Situation.

  4. Statt des (für die gebotenen Leistungen) völlig überteuerten FE 24-70mm F4 verwende ich das 28-70mm F3.5-5.6 Kit Zoom. Dieses ist leichter, kompakter und kostet nur einen Bruchteil. Sämtliche Objektivtests – wie z.B. von Colorfoto – haben gezeigt, dass das Kit Zoom genau gleich gut ist (teilweise dem Zeiss sogar überlegen).

    • J. Haag sagt:
      Verfasser

      Das mag an einer A7 / A7II der Fall sein. An meiner A7R II ist das Kit-Objektiv nicht verwendbar und einfach nur schlecht, während ich mit dem FE 24-70mm F4 von Zeiss sehr zufrieden bin und sich die Leistung pro Preis für mich gut anfühlt.

      • interessant, denn Colorfoto hatte beide Objektive an der Sony A7RII getestet und das Zeiss ist klar unterlegen (das 28-70 hat bei diesem Test 74,5 Punkte und ein Empfehlung erhalten während das 24-70 nur 68 Punkte und keine Empfehlung gekriegt hat). Vielleicht hattest Du einfach ein schlechteres Exepmplar des Kit Zooms?

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