14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 2

Im Teil 2 der Beitragsreihe „14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s“ möchte ich meine ersten Eindrücke mit der Kamera vermitteln. Den ersten Beitrag, in dem ich die Kamera kurz vorgestellt habe, beschrieben habe, welche Antworten ich zu finden hoffe und welche Objektive bzw. Bildergebnisse ich vergleichen möchte findet ihr hier: 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 1

In den ersten beiden Tagen mit der Fujifilm GFX 50s ist mir immer wieder folgender Satz durch den Kopf gegangen, der aktuell auch gut zum 1. FC Köln passt: „Manchmal hast Du einfach kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu!“. Was für den FC in Sachen Fußball gilt, trifft für mich beim Wetter zu. Nun bin ich kein Schönwettermensch und gehe auch bei Regen, Schnee und Wind vor die Tür. Die Fujifilm GFX 50s würde das aktuelle Wetter in Köln sicher gut überstehen, denn gegen Nieselregen und Feuchtigkeit ist sie laut Hersteller gut geschützt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie das mit meinen Mamiya-Objektiven ist und da will ich lieber kein Risiko eingehen. So gibt es für den heutigen Beitrag nicht besonders viele Bilder die ich zeigen könnte, aber es gibt erste Erkenntnisse und Eindrücke, die ich mit euch teilen möchte.

Erste Eindrücke

Fremdobjektive

Im ersten Beitrag habe ich über das Setup, also die Konfiguration der Kamera gesprochen: Die Registrierung für Objektive, die mit einem Bajonettadapter an der Kamera montiert sind und die so vielversprechend aussah, ist offensichtlich auf Objektive beschränkt, die elektronisch verbunden sind wie z.B. die Hasselblad H-Mount Objektive mit dem Fujifilm H-Mount Adapter G für GFX 50S. Schade, denn das schmälert den ersten, sehr positiven Eindruck der Fujifilm GFX 50s in Kombination mit Altglas. So bleibt es dabei, dass man für z.B. Mamiya M645 Sekore nur die Brennweite konfigurieren kann. Wenigstens kann man so das verwendete Objektiv anhand der Brennweite in den Exif-Daten erkennen, wenn man daran denkt bei einem Objektivwechsel die entsprechende Objektiv-Registrierung auszuwählen. Ich habe das aber immer wieder vergessen, weil ich mit den Gedanken beim Motiv war und nicht zuletzt, weil der Weg dorthin über die Menüs eher umständlich ist.

Für die Verwendung von Fremdobjektiven würde ich mir folgendes wünschen, auch wenn das vielleicht der Fujifilm-Philosophie widerspricht, den Absatz der eigenen, teuren Objektive zu schützen:

  1. Konfiguration von Verzeichnungskorrektur, Farbtonabweichung und Vignette für alle Objektive
  2. die Vergabe einer eigenen Bezeichnung für den Speicherplatz der Objektiv-Registrierung
  3. eine Möglichkeit auf registrierte Objektive über das Q-Menü zuzugreifen

Die Wahl des Verschlusstyps

Die Fujifilm GFX 50s kennt so einige Varianten und Kombinationen von Verschlussabläufen:

  • mechanischer Verschluss (MS)
  • elektronischer Verschluss (ES)
  • erster, elektronischer Verschlussvorhang (EFCS), der die Verzögerung zwischen Drücken des Auslösers und dem Belichtungsbeginn
  • MS + ES, hier wählt die Kamera je nach Aufnahmebedingung
  • EFCS + ES, auch hier wählt die Kamera

Bei den ersten Aufnahmen mit dem elektronischen Verschluss (ES) habe ich bei Motiven mit künstlicher Beleuchtung extremes „Banding“ festgestellt, welches durch die Überlagerung der Frequenzen von Lichtquelle und Auslesen des Sensors entsteht. Beim ersten Bild der nachfolgenden Reihe sieht man zusätzlich zum Banding auch sehr gut den sogenannten Rolling-Shutter-Effekt, der ebenfalls durch das zeilenweise Auslesen des Sensors entsteht. Dabei werden unterschiedliche Teile des Bildes zu unterschiedlichen Zeiten belichtet, was bei sich bewegenden Objekten zu Verschiebungen führt.

20171221_DSCF0005_GFX 50S.jpg

20171221_DSCF0007_GFX 50S.jpg

20171221_DSCF0008_GFX 50S.jpg

Das Banding entsteht durch das zeilenweise Auslesen des Sensors bei Verwendung des elektronischen Verschluss. Zwar gilt die Belichtungszeit für jeden Einzelpixel und jede Sensorzeile, überlagert sich aber mit der Frequenz in der das Licht pulsiert. Vermeiden kann man das Banding durch Einstellen einer Belichtungszeit, die dem Vielfachen der Netzfrequenz (50 Hz) entspricht – oder bei der Fujifilm GFX 50s einfach dadurch, dass man die Einstellung MS + ES verwendet, bei der die Kamera das Problem des Bandings erkennt und automatisch auf den manuellen Verschluss umschaltet.

Die ersten Touren

Schade mit dem Wetter, aber ich habe jede freie und günstige Minute genutzt, um auch ein paar Bilder zu machen. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass die Mamiya Sekor C – Objektive, wie z.B. das M645 Sekor C 45mm F2.8 zu starken Farbfehlern neigen, wie im nächsten Bild an den Lichtern im Weihnachtsbaum zu erkennen:

Sekor C 45mm F2.8 ohne Korrektur CA

Diese sind aber sehr leicht zu korrigieren und ohne diesen violetten Rand sieht der Baum schon direkt besser aus. Den Unterschied sieht man sogar hier in der kleinen Vorschau.

Sekor C 45mm F2.8 mit Korrektur CA

Weitere Bilder von einer Tour bei (ausnahmsweise) mal trockenem Wetter:

Köln Offenbachplatz an der Oper

Köln Offenbachplatz an der Oper

ungenutzte Bänke

Kunibertskloster

Bundesbahndirektion

Bundesbahndirektion

Hohenzollernbrücke

Alt St. Heribert vor Lanxess AG

Ein Rest Herbst

Im Martinswinkel

Upstairs

5 | 6

1.05

PINO & Bart

Hier geht es zu 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 3, der sich mit einem detailierten Vergleich zwischen GFX 50s und A7RII durch Blendenreihen und anderen Objektive an der GFX 50s beschäftigt.

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J. Haag

Ich bin 1967 geboren und am Rande der Eifel in Oberelvenich und in der Natur aufgewachsen. Seit 1988 beschäftige ich mich mit der Fotografie.

Fotografie bedeutet für mich Entspannung und Abenteuer zu gleichen Teilen. Seit den ersten analogen Bildern begleiten mich Kameras und Objektive von Minolta und nach der Übernahme durch Sony bin ich dem System treu geblieben.

Heute nutze ich neben spiegellosen Systemkameras mit Kleinbildsensor auch wieder analoge Kameras im Kleinbild- und Mittelformat sowie Sony Cybershot-Kameras mit 1"-Sensor für meine fotografischen Arbeiten, wobei ich den elektronischen Sucher der Sony-Kameras besonders schätze.

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