14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 3

Im heutigen Beitrag geht es eher trocken zu, denn dieses Mal beschäftige ich mich mit der Frage, ob die Mamiya Objektive an der Fujifilm eine entsprechende Qualität bis in die Ecken liefern und wie sich diese an der Fujifilm GFX 50s im Vergleich zu FE-Objektiven an der A7RII schlagen. Wer also keine Lust auf Blendenreihen und langweilige Bildausschnitte von Bildzentrum, -rand und -ecke hat, sollte diesen Beitrag überspringen – dafür wird es im nächsten Beitrag wieder um einiges interessanter, versprochen.

Den Einstieg in diese Beitragsreihe zur Fujifilm GFX 50s findet ihr hier mit Teil 1: 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 1, erste Eindrücke und Bilder habe ich im Teil 2 zusammengefasst. Wer sich nicht für Blendenreihen und dem Vergleich der Ergebnisse interessiert, kann direkt zum Teil 4 springen, der sich hauptsächlich mit der Portraitfotografie beschäftigt: 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 4.

Wie bereits im ersten Beitrag angekündigt, habe ich Blendenreihen mit nachstehenden Objektiven angefertigt und das sowohl mit dem jeweiligen Objektiv an der Fujifilm GFX 50s als auch an der Sony A7RII. Denn neben der Frage, ob die Mamiya Objektive an der GFX 50s was taugen, möchte ich für mich persönlich auch herausfinden, ob sich der Kauf der Fujifilm GFX 50s überhaupt lohnt und ob die Auflösung und Schärfe der Bilder besser wäre als mit dem jeweiligen Objektiv an der A7RII oder sogar besser als mit den Sony-Objektiven. Wegen des miesen Wetters und dem vorhandenen Wind, habe ich mich am Tag, an dem ich die Blendenreihen angefertigt habe, für ISO 400 entschieden, denn nur so konnte ich bei Blende 11 eine ausreichend kurze Belichtungszeit erzielen. Trotzdem musst ich hin und wieder stärkere Windböen abwarten und es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Vergleiche Bildteile enthalten, die trotz stabilem Stativ verwackelt sind.
Die Raw-Dateien habe ich in voller Größe und ohne weitere Bearbeitung aus Lightroom exportiert und in Flickr-Alben hochgeladen. Dort sind alle Bilder einzeln und in voller Auflösung für einen Download verfügbar. Damit kann sich jeder die Bilder zum Vergleich aussuchen, die von Interesse sind – die für mich interessanten Vergleiche findet ihr weiter unten.

Die Bilder der Mamiya-Objektive an der Fujifilm GFX 50s findet ihr in folgendem Flickr-Album:

Sekor C 35mm @ F3,5

Die Bilder der gleichen Objektive an der Sony A7RII findet ihr hier:

Sekor C 35mm @ F3,5

Außerdem gibt es noch die Bilder der Minolta MD Objektive an der GFX50s:

Minolta MD 28mm @ F2,8

Zusätzlich habe ich einige Blendenreihen mit meinen Sony FE Festbrennweiten (35mm, 55mm und 85mm) sowie dem FE 24-105 bei 28mm gemacht um Vergleichsbilder zu den Mamiya-Objektiven bei äquivalenter Brennweite zu haben.

FE 24-105mm @ 28mm @ F4

Mich persönlich haben die Vergleiche interessiert mit den ich klären konnte, ob ich durch den Kauf der Fujifilm GFXs 50 alleine, ohne Fujinon-Objektive und rein mit der Nutzung der Mamiya Sekor C-Objektive eine Bildqualität erreichen kann, die mir mit dem 42 MPx-Sensor der A7RII und der zugehörigen Objektive verwehrt bliebe. Dabei spielt natürlich auch die Kleinbild-Äquivalenz der Brennweiten eine Rolle.

Verglichen habe ich z.B. bei 28mm Brennweite äquivalent zu Kleinbild das FE 24-105mm bei 28mm an der Sony A7RII mit dem Mamiya Sekor C 35mm an der Fujifilm GFX 50s. Im Bildzentrum sind beide gleichauf, jedoch in den Ecken ist das moderne FE 24-105mm, selbst an dem Sensor der A7RII mit der hohen Pixeldichte, dem Mamiya an der GFX überlegen.

Bildausschnitt links unten bei F4

01_A7RII_24-105F4@28mm-GFX50s_Sekor35mmF4_links_unten

Bildausschnitt links unten bei F8

02_A7RII_24-105F8@28mm-GFX50s_Sekor35mmF8_links_unten

Der Vergleich von FE 35mm F2.8 ZA mit dem Mamiya Sekor C 45mm beginnt erst bei F4, denn leider ist die Aufnahme mit dem Sekor 45mm bei F2,8 verwackelt. Bei F4 ist der Unterschied in der Bildmitte gering, wenn auch hier wieder zugunsten des FE 35mm.

03_A7RII_35F4-GFX50s_Sekor45mmF4_zentrum

Entfernt man sich jedoch vom Bildzentrum, kann das Mamiya 45mm auch bei F8 noch nicht mit der 35mm Festbrennweite von Sony bei F4 mithalten.

Beide Objektive bei F4 Bildausschnitt oben rechts:

04_A7RII_35F4-GFX50s_Sekor45mmF4_oben_rechts

FE 35mm bei F4, Mamiya Sekor C 45mm bei F8, ebenfalls oben rechts:

05_A7RII_35F4-GFX50s_Sekor45mmF8_oben_rechts

Bei diesen Bilder stellte sich natürlich die Frage, ob das Mamiya Sekor C 45mm an der A7RII, bedingt durch die höhere Pixeldichte und die kleineren Sensorpixel, evtl. noch schlechter wird. Dazu der Vergleich zwischen A7RII und GFX 50s mit diesem Objektiv, im ersten Bild bei F4 und im Bildzentrum:

06_A7RII-GFX50s_Sekor45mmF4_zentrum

F4, unten links:

07_A7RII-GFX50s_Sekor45mmF4_links_unten

F8, oben rechts:

08_A7RII-GFX50s_Sekor45mmF8_oben_rechts

Auch wenn die A7RII durch den kleineren Sensor das Objektiv noch weniger bis in die Ecken nutzt als das der Sensor der GFX 50s vermag, so lässt sich doch sagen, dass auch dieses Objektiv dem Sensor der A7RII gewachsen ist – zumindest abgeblendet und im Zentrum. Insgesamt kann ich jedoch sagen, dass es sich hierbei eher um kein gutes M645 Sekor C 45mm F2,8 handelt.

Kommen wir zu den Standardbrennweiten um die 50mm, wo sich das Sony FE 55mm F1,8 nur ungefähr mit dem Mamiya M645 Sekor C 80mm F1,9 N vergleichen lässt. Leider fehlt mir hier der Vergleich bei offener Blende, denn mit dem Sony habe ich – warum auch immer – kein Bild gemacht. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass dieses Objektiv auch bei offener Blende über jeden Zweifel erhaben ist, was man vom Mamiya 80mm F1,9 bei offener Blende nicht unbedingt sagen kann:

Sekor C 80mm @ F1,9

Die Bildqualität des 80mm F1,9 wird aber mit steigender Blendenzahl besser, wie nachfolgend zu sehen. Das erste Bild vergleicht das Bildzentrum und die obere rechte Ecke bei F1,9 an der Fujifilm GFX 50s:

09_GFX50s_Sekor80mmF1,9_zentrum-oben_rechts

Gleicher Vergleich bei F4:

10_GFX50s_Sekor80mmF4_zentrum-oben_rechts

Und bei F8:

11_GFX50s_Sekor80mmF8_zentrum-oben_rechts

Der Vergleich von Sony FE 55F18 und Mamiya Sekor C 80F1,9 N zeigt aber, dass das Mamiya bei der Bildqualität nicht mit dem Sony FE 55F1,8 mithalten kann – zumindest nicht in den Ecken. Hier bei F2,8 im Bildzentrum:

12_A7RII_55F28-GFX50s_Sekor80mmF28_zentrum

Hier bei F2,8 und im Bildausschnitt unten links:

13_A7RII_55F28-GFX50s_Sekor80mmF28_links_unten

Und hier bei F8 im Bildausschnitt oben rechts:

14_A7RII_55F8-GFX50s_Sekor80mmF8_oben_rechts

Kommen wir zum Bereich der leichten Telebrennweite, den ich sehr gerne für Portraits nutze. Hier stehen sich zwei sehr gut vergleichbare Objektive gegenüber: Das Sony FE 85F18 und das Mamiya Sekor C 110mm F2,8 N. Im ersten Vergleich bei F2,8 und im Bildzentrum:

15_A7RII_85F28-GFX50s_Sekor110mmF28_zentrum

Bei Blende F2,8 und unten links:

16_A7RII_85F28-GFX50s_Sekor110mmF28_unten_links

Ebenfalls bei F2,8 und oben rechts:

17_A7RII_85F28-GFX50s_Sekor110mmF28_oben_rechts

Abschließend noch bei F8 im Bildzentrum:

18_A7RII_85F8-GFX50s_Sekor110mmF8_zentrum

Zwischenstand

Ich möchte an dieser Stelle nicht das endgültige Fazit vorwegnehmen und begrenze meine Bewertung erst einmal auf die Bildergebnisse, besonders bei reiner Betrachtung der Bilder mit den Mamiya-Objektiven an der GFX 50s und ohne Vergleich mit der Sony A7RII und den FE-Objektiven. Diese zeigen doch, dass die Mamiya Sekore durchaus gute Ergebnisse am Sensor der GFX liefern. Natürlich gibt es hin zum Rand und zu den Ecken abfallende Leistung, was wohl auch der Tatsache zuzuschreiben ist, dass die Sekore für Film als Bildträger gerechnet wurden und nicht die vorhandenen Glasschichten vor dem Sensor der GFX berücksichtigen, was bei zunehmenden Einfallswinkel außerhalb des Bildzentrums zu nachlassenden Ergebnissen führt. Etwas enttäuscht bin ich vom Sekor C 45mm F2,8, welches am Film recht gute Ergebnisse liefert.

Werfen wir noch einen Blick auf die Verwendbarkeit der mir zur Verfügung stehenden Minolta MD-Objektive. Ich beschränke mich hierbei ausschließlich auf die Abdeckung des Sensors durch den erzeugten Bildkreis. Die Beurteilung der Bildqualität über das gesamte Bild überlasse ich dem Interessierten. Hinsichtlich Abdeckung des Sensors durch den erzeugten Bildkreis haben mich einige Ergebnisse besonders überrascht, wie z.B., dass das Minolta MD Rokkor 28mm und das MD Rokkor 35mm bis einschließlich F11 eine Vignette erzeugen, was ich bei Weitwinkel-Objektiven eher nicht erwartet hätte. Das MD Rokkor 50mm F1.4 fällt komplett durch – nicht wirklich überraschend. Dem entgegen stehen jedoch die guten Ergebnisse von MD 85mm F2 und MD 100mm F2,5, welche diese zu interessanten Portraitobjektiven machen, wo die abfallende Leistung zum Bildrand nicht weiter stört.

Minolta MD 28mm F2,8 @ F2,8

Minolta MD 28mm @ F2,8

Minolta MD 28mm F2,8 @ F5,6

Minolta MD 28mm @ F5,6

Minolta MD 28mm F2,8 @ F11

Minolta MD 28mm @ F11

Minolta MD 35mm F2,8 @ F2,8

Minolta MD 35mm @ F2,8

Minolta MD 35mm F2,8 @ F5,6

Minolta MD 35mm @ F5,6

Minolta MD 35mm F2,8 @ F11

Minolta MD 35mm @ F11

Minolta MD 50mm F2,8 @ F1,4

Minolta MD 50mm @ F1,4

Minolta MD 50mm F2,8 @ F11

Minolta MD 50mm @ F11

Minolta MD 85mm F2 @ F2

Minolta MD 85mm @ F2

Minolta MD 85mm F2 @ F5,6

Minolta MD 85mm @ F5,6

Minolta MD 85mm F2 @ 11

Minolta MD 85mm @ F11

Minolta MD 100mm F2,5 @ F2,5

Minolta MD 100mm @ F2,5

Minolta MD 100mm F2,5 @ F5,6

Minolta MD 100mm @ F5,6

Minolta MD 100mm F2,5 @ F8

Minolta MD 100mm @ F8

Danke, dass Du Dich bis hierhin durchgekämpft hast. Als kleine Entschädigung geht es im nächsten Teil hauptsächlich um das viel interessantere Thema Portraitfotografie: 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 4.

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1 Antwort zu 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 3

  1. Lutz sagt:

    Hallo,
    Du hast dir wirklich eine Menge Arbeit gemacht. Es ist wirklich interessant zu lesen.
    Ich bin nicht wirklich ein Fan von Blendenreihen, aber notwendig ist es wohl doch, um die Grenzen der „Gläser“ herauszufinden. Das Zeiss 55/1.8z benutze ich auch, über die Schärfe gibt es nichts zu meckern. Kein Vergleich zum Kid-Objektiv 28-70mm, das selbst abgeblendet massive Randunschärfen hatte. Aber im Nahbereich nutze ich dann doch lieber mein altes Tessar 50/2.8, da komme ich näher ans Motiv und ich kann notfalls die alten Praktica Zwischeringe benutzen.
    Was mich überrascht hat, das Versagen des Minolta 50/1.4, es wird als recht gut bewertet.
    Aber das sagt mir immer wieder, die Kamera ist das eine, die Objektive wieder das andere.
    Ich habe nach dem Wechsel von Nikon zu Sony meine Nikons verkauft weil sie sich an der Sony als nicht wirklich brauchbar erwiesen haben und Staubfänger waren. Vor allem seid ich das Tessar 50/1.4 habe. Und Objektivsammler bin ich auch nicht.

    Also vielen Dank für den Bericht.
    Grüße Lutz

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