14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 5

Heute kommt Teil 5, der letzte Teil der Beitragsreihe zu meinem 14-tägigen Test mit der Fujifilm GFX 50s und somit auch das abschließende Fazit. Den Einsteig in die Beitragsreihe findet ihr hinter diesem Link: 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 1.

Bevor ich die 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s abschließend für mich bewerte, zeige ich euch noch ein paar Bilder von einer Tour, auf der ich nur das Mamiya Sekor C 55-110mm F4.5 dabei hatte. Dieses 2-fach Zoomobjektiv entspricht einem 35-70 mm an Kleinbild und wäre mit einem Fujinon 42-85 mm vergleichbar.

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Das für mich überraschendste war, dass doch tatsächlich die Sonne heraus kam und nun endlich auch mal das ein oder andere farbenfrohe Bild entstanden ist – aber Spaß beiseite: Das Mamiya Sekor C 55-100mm F4.5 Zoomobjektiv macht an der Fujifilm GFX 50s eine ausgesprochen gute Figur, auch wenn es mit etwas mehr als 800 Gramm ordentlich am Kameragurt zieht. Es liefert eine gute Schärfe und tolle Farben, wie auf den Bildern zu sehen ist; lediglich das Bokeh ist je nach Motiv, Blende und Brennweite etwas rauh.

Feinheiten/Auffälligkeiten in der Bedienung der GFX 50s

Während der gesamten Testphase sind mir folgende Dinge aufgefallen, die mich ein wenig in der Bedienung und im Umgang mit der Fujifilm GFX 50s gestört haben:

  • Die Kontrastkantenanhebung unter MAX. GLANZLICHT FOKUS für MF-ASSISTENT funktioniert nicht bei Mehrfachbelichtungen (vielleicht auch noch bei weiteren Modi, die ich nicht getestet habe). Das bedeutet, dass man bei Mehrfachbelichtungen erst im Einzelbildmodus scharf stellen müsste um dann auf den Mehrfachblichtungs-Modus umzuschalten. Bleibt zu hoffen, dass sich in der Zeit das Motiv nicht bewegt.
  • Bei der Dualanzeige mit vergrößerter Ansicht des Fokussierbereichs ist die Vergrößerung nicht veränderbar bzw. passt sich nicht an Größe des Fokusfeldes an. Das ist schade und macht diese Form der Anzeige etwas unpraktisch. Zum Glück gibt es die Standardanzeige mit einschaltbarer Fokushilfe durch Druck auf das hintere Einstellrad.
  • Die Belichtungsmessung im Modus Auto-ISO führt nicht permanent nach und zeigt die ausgewählte ISO-Empfindlichkeit erst bei halbem Drücken des Auslösers. Vielleicht habe ich die passende Option im Menü nicht gefunden um das zu ändern, aber ich finde das unpraktisch, denn man kann nicht ohne Druck auf den Auslöser durch einen Blick auf den Monitor oder in den Sucher die von der Kamera gewählte ISO für die jeweilige Aufnahmesitutation sehen.
  • Die Sensorstabilisierung der A7RII fehlt an der GFX 50s schon sehr – besonders, da diese bei der A7RII auf eine bestimmte Brennweite einstellbar ist. Mal sehen, ob Fujifilm hier beim Nachfolgemodell liefert – in 3 Jahren?!

Kommen wir also zu meinem Fazit und der damit verbundenen Entscheidung. Ich habe mich, trotz starkem Jucken im Finger, letztlich gegen den Kauf der Fujifilm GFX 50s entschieden – auch wenn das emotional ganz großes Kino ist, aus vollkommen rationalen Gründen:

  1. Der Zugewinn an Auflösung gegenüber der A7RII ist einfach zu gering – besonders im Bildverhältnis 3:2 bleibt ein Zugewinn von nur 3 Megapixel, also nur 7%.
  2. Die Kombination aus Fujifilm GFX 50s und manuellen Mamiya-Objektiven ist mir persönlich zu schwer und zu groß; die GFX 50s mit den AF-Objektiven im Gegenzug einfach zu teuer, besonders wenn ich dann auf Punkt 1 schaue.
  3. Die Fujifilm GFX 50s liefert mit den Mamiya Sekor-Objektiven keine Bilder, die ich so nicht auch mit der A7RII und einer entsprechenden Festbrennweite machen könnte. Ganz besonders im Weitwinkelbereich würden mir aber – selbst mit den Original-Objektiven von Fuji – gewisse Brennweiten fehlen.
  4. Ich möchte nicht mehr auf eine Sensorstabilisierung verzichten, die mir auch bei alten, manuellen Objektiven eine Stabilisierung bietet.

ABER: Wenn ich keine A7RII und die zugehörigen Festbrennweiten und Zoom-Objektive hätte, wäre die Fujifilm GFX 50s für mich ganz weit oben auf der Liste – für einen motivierten Systemwechsel reicht es aber nicht. Die GFX 50s ist für Profis konzipiert; ein robustes Arbeitstier, welches kaum Wünsche in Sachen Konfiguration und Bedienung offen lässt und auch für den ambitionierten Amateur viel Spaß in der Verwendung bereit hält. Unter den genannten Voraussetzungen oder wenn das Geld für die Original-Objektive vorhanden ist bekommt diese Kamera von mir eine absolute Kaufempfehlung.

Hier zum Abschluß nochmal die gesammelten Bilder von den Touren

Fujifilm GFX 50s mit Mamiya Sekor C 80mm F1.9 N

und von der Portrait-Session

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Hier noch die einzelnen Teile der Beitragsreihe:

14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 1: Vorstellung der Kamera, ein wenig Technik und Testvorbereitungen

14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 2: Erste Eindrücke, Wahl des Verschlusstyps und die ersten Bilder

14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 3: Detailierter Vergleich zwischen GFX 50s und A7RII durch Blendenreihen, andere Objektive an der GFX 50s

14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 4: Ausgewählte Mamiya Sekor C-Objektive an der Fujifilm GFX 50s für Portraits

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2 Antworten zu 14 Tage mit der Fujifilm GFX 50s – Teil 5

  1. Ein sehr schöner Bericht, der die Kaufentscheidung unterstützt. Sehr sauber differenziert zwischen den Fremdobjektiven und den AF-Originalen. Vielen Dank dafür.
    Ich werde ebenfalls einen ausführlichen Bericht zur Kamera bringen und noch auf viele kleine Details hinweisen, wie die Plastizität des Bildes, das Umschalten auf 1:1 für Fans dieses Formates (meines Wissens mit Sony immer noch nicht möglich?) das Nutzen der Filmsimulationen, und vieles mehr, was die Kamera vom Kleinbild unterscheidet.

    • J. Haag sagt:
      Verfasser

      Hallo Peter,
      Danke für den Kommentar und das Lob. Auf Deinen Bericht bin ich gespannt. Ich hoffe, ich verpasse ihn nicht, da ich zu selten dazu komme, Beiträge von anderen zu lesen.

Ich freue mich auf Deine Meinung:

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