Vorgestellt: Das Godox Blitzsystem

Nicht nur bei den Kameras findet eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt und beschert uns immer neue Möglichkeiten, sondern auch im breiten Feld des Zubehörs geht die Entwicklung weiter. So auch im Bereich des entfesselten Blitzens mit Funkauslöser und deshalb möchte ich euch heute das Godox Blitzsystem vorstellen.

Ein kurzer Blick zurück: War man vor einigen Jahren noch mit einem normalen Blitzkopf für das Studio zufrieden, so muss heute alles leicht, mobil und überall einsetzbar sein. Für Outdoor-Portraits bei Sonnenschein und offener Blende musste man vor wenigen Jahren noch Graufilter ans Objektiv schrauben, damit die Synchronisationszeit der Kamera benutzt werden konnte und für Bilder mit sehr kurzen Verschlusszeiten von 1/500 oder 1/1000 Sekunde brauchte man Kameras mit Objektiven die über einen Zentralverschluss verfügen. Das ging natürlich auch derzeit schon mit Systemblitzen auf der Kamera und HSS (High Speed Sync), aber die ersten Funktrigger mit HSS-Unterstützung ließen schon noch auf sich warten und selbst dann ist der Einsatz von Aufsteckblitzgeräten in einer Softbox ist nicht wirklich optimal, denn das Licht streut nie so breit und verteilt wie mit einer freiliegenden Blitzröhre die rundum abstrahlt. Hinzu kommt dann noch das komplizierte, anfällige und wackelige Stecksystem mit Neiger, Funkempfänger und Blitz. Meist sind dann nur Schirme einsetzbar, die mit der Stange im Neiger befestigt werden können und Softboxen mit Bowens S-Bajonett benötigen weiteres Zubehör, wie z.B. eine Bowens S-Type Halterung für Systemblitze mit eingebautem Neiger (Partner-Link zu Amazon.de).

Wozu jedoch dient technologischer Fortschritt und die permanente Weiterentwicklung, wenn nicht dazu, uns Fotografen das Leben leichter und die Technik einfacher in der Bedienung zu machen. Heute gibt es kaum noch Anbieter von Blitzsystemen, die keine HSS-Unterstützung und eine breite Kombinierbarkeit von Blitzgeräten anbieten. Unterschiede zwischen den Herstellern gibt es fast nur noch in der Vielzahl der unterstützten Geräte, die über ein System gesteuert werden können (Aufsteckblitze, Studioblitze, mobile Blitze, Videoleuchten, usw.). Hier ist mir in letzter Zeit immer wieder der Name Godox aufgefallen und daher habe ich mich mal etwas intensiver damit beschäftigt, was am Ende dazu führte, dass ich mir ein kleines, transportables und sehr flexibles Set gekauft habe:

Godox AD200

Das Besondere am Godox AD200 ist der austauschbare Blitzkopf, welches es erlaubt den Blitz sowohl als Speedlite-Blitz als auch als Birnenblitzkopf zu nutzen und so die Möglichkeit bietet, vielfältige Lichtmodellierungen und -effekte zu erzielen.

Godox AD200 mit Speedlite-Blitzkopf und Einstelllicht
Godox AD200 mit Blitzröhre, jedoch ohne Einstelllicht
Godox AD200 in der Bowens S-Type Halterung für Systemblitze

Möchte man gebündeltes Licht um z.b. einzelne Akzente zu setzen, kann man das sehr gut mit den Speedlitze Blitzköpfen machen. Möchte man gestreutes Licht für einen Lichtformer wie Softbox oder Umbrella, tauscht man den Kopf einfach gegen den Bare bulb Blitzkopf aus.

Godox AD200: Einstelllicht in der Softbox mit Speedlite-Blitzkopf
Godox AD200: Ausleuchtung Softbox mit Speedlite-Blitzkopf
Godox AD200: Ausleuchtung Softbox mit Blitzröhre

Die letzten beiden Bilder zeigen schon deutlich den Unterschied in der Ausleuchtung der Softbox zwischen Speedlite-Blitzkopf und Blitzröhre. Die Blitzröhre sorgt Dank der Rundum-Ausleuchtung für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Softbox und somit auch für weichere Hell-Dunkel-Verläufe auf dem angestrahlten Objekte.

Das beiliegende Li-Ionen Akku erlaubt bei voller Ladung ca. 500 Blitze. Die angesprochene HSS-Unterstützung funktioniert tadellos bis 1 / 8000s wie auch die Synchronisation auf ersten und zweiten Verschlussvorhang. Außerdem unterstützt der Godox AD200 die beiden Slavemodi ohne und mit Vorblitz. Die Leitzahl des Speedlite-Blitzkopfes beträgt 52, die des Birnenblitzkopfes 60. Ein Ladegerät für das Li-Ionen-Akku und ein Stativneiger mit Halterung für einen Blitzschirm liegen dem Paket bei. Bei einigen Anbietern gibt es sogar ein praktisches Case und einen Blitzröhrenschutz dazu – einfach mal stöbern (Partner-Link zu Amazon.de).

Es gibt jedoch auch zwei, sehr kleine Kritikpunkte: Ein Einstelllicht gibt es nur bei Verwendung des Speedlite-Blitzkopfes, was eigentlich schon fast wieder ein Pluspunkt ist, denn welcher Systemblitz bzw. Aufsteckblitz bietet ein Einstelllicht; bei Verwendung des Birnenblitzkopfes steht dieses aber nicht zur Verfügung. Außerdem ist es schade, dass man den AD200 nicht als Aufsteckblitz verwenden kann, was aber sicher an der Bauart und dem Gewicht liegt, denn mit 560 g ohne Blitzkopf und Akku ist der AD200 deutlich schwerer als z.B. der Godox TT685s mit vergleichbarer Leitzzahl. Vermutlich wäre der AD200 inkl. Kopf, Akku und Gelenk zu schwer für die Verbindung aus Blitzfuß und -schuh auf der Kamera, so dass man sich für diese starre Bauform entschieden hat. Canon- und Nikon-User werden bei der Suche nach einem Aufsteckblitz mit Blitzröhre und Studioqualitäten beim Godox AD360II fündig, den es aber leider nicht für Sony gibt. (Partner-Link zu Amazon.de)

Godox AD-B2

Der Godox AD-B2 ist ein besonders pfiffiges Zubehörteil, denn er erlaubt die Kombination zweier AD200 mit jeweils 200 Ws zu einem Blitz mit 400 Ws und maximal zwei Blitzröhren an einer Bowens S-Type Lichtformerhalterung.

Godox AD-B2 mit zwei Godox AD200
Godox AD-B2 mit zwei Blitzröhren und Einstelllicht
Godox AD-B2 mit zwei Blitzröhren und Einstelllicht seitlich
Godox AD-B2 mit zwei Blitzröhren ausgelöst

Die Einsatzmöglichkeiten sind:

  • 1 x AD200 auf Steckposition 1 mit einer Blitzröhre in der mittleren Position oder
  • 2 x AD200 mit zwei Blitzröhren

Mit dem AD-B2 verdoppelt man mit zwei AD200 nicht nur die Blitzleistung, sondern bekommt so beim Einsatz von nur einem AD200 das Einstelllicht nachgerüstet. Entweder kombiniert man beide Blitze in einer Gruppe und steuert diese synchron oder man wählt unterschiedliche Gruppen und steuert die Köpfe getrennt. Letztere Option ermöglicht eine sehr feine Regulierung der Blitzleistung, da die Blitzleistung nicht die doppelte Menge der eingestellten Leistung ist wie bei Verwendung beider Blitze in einer Gruppe, sondern sich jeder Blitz in der entsprechenden Gruppe in 1/3-Blenden einstellen lässt, was die Anzahl der einstellbaren Blitzstufen verdoppelt.

Godox AD-B2 mit zwei Blitzröhren: Einstelllicht in Softbox
Godox AD-B2 mit zwei Blitzröhren: Ausleuchtung Softbox

 

Godox TT685s

 

Godox TT685s in Bowens S-Type Blitzhalterung
Godox TT685s: Ausleuchtung Softbox bei 24mm
Godox TT685s: Ausleuchtung Softbox bei 14mm

Godox XProS

Der Godox XPro Funkauslöser, bei mir in der Variante S für Sony, ist vergleichbar mit dem Godox X1. Die Unterscheide liegen, neben ein paar kleineren, eher theoretischen Details wie z.B. die Anzahl der Gruppen (5 beim X1 und 16 beim X-Pro), zum einen darin, dass der Godox X1 einen Steckplatz für einen Blitz hat, falls man einen Blitz auf der Kamera nutzen möchte und zum anderen darin, dass die Bedienung beim Godox XPro komfortabler ist, denn hier kann man 5 Gruppen direkt anwählen, während man beim X1 erst eine der drei angezeigten Gruppen über die Knöpfe und das Rad anwählen muss. Da ich bei der Verwendung eines Funkauslösers keinen Blitz auf der Kamera verwenden möchte, habe ich mich für den leichter bedienbaren XProS entschieden (Partner-Link zu Amazon.de).
Besonders begeistert bin ich von der Möglichkeit ein externes Sync-Kabel anzuschließen, denn so lässt sich das Godox-System auch an meinen analogen Kameras verwenden, wie auf dem Bild zu sehen:

Godox XProS auf Filmkamera
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