Kreta

Kreta stand nie auf der Liste unserer Must See – Reiseziele und die 10 Tage wurden eher aus einer Laune heraus gebucht. Entgegen der üblichen, mehrtägigen Reiseberichte, die ich hier normalerweise veröffentliche, gibt es dieses Mal nicht viel zu lesen. Ich beschränke mich daher auf eine Liste von Dos and Don’ts und lasse die gemachten Bilder sprechen. Ach, und ein oder zwei Anmerkungen zu Kreta gibt es auch noch, weil ich ein paar Dinge einfach nicht unkommentiert lassen kann.

Kreta gehört bekanntlich zu Griechenland. Nun kennen wir Griechenland nicht, aber für den Fall, dass wir Griechenland mal besuchen, wünsche ich mir, dass die Leute und das Essen genau so sind wie auf Kreta. Damit wären wir schon mal bei einem der absoluten Dos:

Man muss auf jeden Fall mal die Touristenpfade verlassen und in die kleinen Orte fahren. Dort auch ruhig mal auf dem Dorfplatz anhalten und die vielleicht einzige Taverne aufsuchen um dort zu essen, wie z.B. in der Taverne Platanos auf dem Dorfplatz von Fourni. Umgeben von Einheimischen gab es Hühnchen und Lamm vom Grill von der virtuellen Tageskarte mit griechischen Salad und leckerem Knoblauchbrot. Meist wird gebrochen Englisch oder Deutsch gesprochen und die Zeichensprache hilft evtl. auch. Dabei sollte man auch ruhig der Empfehlung des Hause folgen und nicht immer nur Dakos bestellen, die griechische Version der Bruscetta.

Unsere Dos und Must See

Auf Platz 1: Chanía – nicht umsonst als die schönste Stadt Kretas beschrieben. Sie bietet einen wunderschönen, venezianischen Hafen, eine schöne und sehr gut erhaltene Altstadt und mit Lyra eines der besten Biere aus einer Mikrobrauerei, die ich auf Kreta getrunken habe.
Chaniá - venezianischer Hafen
Chaniá - Hafeneinfahrt
Chaniá - Altstadt
Chaniá - Altstadt

Platz 2: Rethymno – der Ort, der mit Chanía um den ersten Platz der schönsten Orte auf Kreta streitet. Faszinierend ist das Bild der Stadt von oben mit Kirchen und Minaretten, schön ist der Lemon Tree Garden und essen sollte man im Restaurant Knossos im Hafen.
Réthimnon - Minaret
Réthimnon - Lemon Tree Garden
Réthimnon - Restaurant Knossos

Platz 3: Nída-Hochebene und Lassíthi-Hochebene
Auch wenn wir verschiedentlich nur kopfschüttelnd durch die Landschaft fuhren, weil die Kreter wohl oder übel ein anderes Verständnis ihrer Umwelt und deren Schutz haben – die Landschaft ist selbst bei Bewölkung und leichtem Regen wunderschön. Das wussten schon die Venezianer, die den Großteil ihres Bedarfs an Nahrungsmitteln aus den fruchtbaren Böden der Lassíthi-Ebene gewannen.
Nída - Hochebene
Nída - Hochebene
Nída - Hochebene (ohne Plastik-Müll)
Lassíthi-Hochebene
Lassíthi-Hochebene
Lassíthi-Hochebene
Platz 4: Anógia
Wir haben so einige Bergdörfer gesehen, aber Anógia hat uns am besten gefallen, nicht zuletzt auch wegen der Taverne Sepbipoyme, wo es die besten Oliven und leckersten Tomaten gibt, die wir in einem griechischen Salat essen durften – und den köstlichsten Tsatsiki.
Anógia - Sepbipoyme
Anógia
Anógia

Platz 5: Agios Nikólaos
Agios Nikólaos hat eine Besonderheit: einen ehemaligen See, der heute durch eine, von Menschen geschaffene Verbindung, mit dem Meer verbunden ist. Vom Westufer des Sees hat man eine tollen Blick auf den See und den Hafen.
Agios Nikólaos
Agios Nikólaos

Platz 6: Das Kloster von Preveli
Das Kloster von Preveli teilt sich auf in das Kato Moni Preveli (Unteres Kloster) und das eigentliche Kloster Preveli. Das Untere Kloster liegt zwei Kilometer von der Meeresküste im Tal des Megalopotamos und diente mit seinem Landbau einst der wirtschaftlichen Grundlage des Klosters. Sehenswert ist hier die selbsttragende Brücke, welche ca. 1850 gebaut wurde.
Moní Káto Préveli

Das eigentliche Kloster liegt 4 km weiter die Straße den Berg hinauf am Ende einer Sackgasse.
Moní Préveli
Moní Préveli
Moní Préveli

Platz 7: Unser letzter Platz hier, aber nicht insgesamt und sehr sehenswert – die Sfendoni-Höhle
Sfendóni-Höhle
Sfendóni-Höhle

Bevor wir zu den Don’ts kommen, die Orte und Sehenswürdigkeiten, die man sich schenken kann und evtl. sogar meiden sollte, noch eine Empfehlungen:

Im Vorfeld wurde uns immer gesagt: „Der Süden, der Süden von Kreta, dort müsst ihr hin. Hier gibt es die schönsten Strände und hier Kreta ursprünglich!“. Nun, wir waren mehrfach im Süden und wir finden Kreta dort als eher schwach entwickelt und einsam. Natürlich gibt es dort schöne Strände, bestimmt die schönsten der Insel, aber die wenigen Strände im Norden, die wir gesehen haben, haben uns auch gefallen. Und ich bezweifle, dass man im Süden ein vergleichbares Hotel zu dem von uns gebuchten „Happy Cretan Suites“ in Agía Pelagía mit diesem Blick auf das Meer und diesen Sonnenaufgängen findet.
Der erste Sonnenaufgang
Letzter Sonnenaufgang

Die Don’ts

Ich weiß überhaupt nicht, ob es sinnvoll ist für die Don’ts ein Ranking zu vergeben, denn entweder man kann es empfehlen oder nicht. Aber vielleicht ist es auch ganz gut so, denn es gibt auch unter den Don’ts Dinge die schlimmer sind als andere und archäologische Stätten interessieren vielleicht den einen oder anderen doch.

Platz 1: Iráklion
Iráklion ist die Hauptstadt von Kreta und mit dem Flughafen wohl das Drehkreuz der Touristenströme. Mehr gibt es über Iráklion fast nicht zu sagen, denn neben der venezianischen Wehranlage, der venezianischen Loggia, dem Morosini-Brunnen und der Kirche Ágios Títos hat Iráklion nichts zu bieten. Die Stadt ist verbaut, schmutzig und laut; es gibt kaum einen Straßenzug, den man mit einem seltsamen Gefühl entlang geht. An der Hafenpromenade, wo man wirklich schön in einem Restaurant sitzen könnte, sorgt eine der Hauptverkehrsstraßen für nicht endenen Lärm und Abgasgeruch. Im einzigen Park des Zentrums, dem Park Theotokópoulos, sowie auch am Morosini-Brunnen wird man von Bettlern und Straßenhändlern belagert. Und so haben wir nach kurzer Zeit die Flucht angetreten. Wenn man sich aber unbedingt Iráklion anschauen möchte, so haben wir trotzdem eine Empfehlung: Bougatsa im Café KIRKOR mit Blick auf den Morosini-Brunnen.
Iráklion - Morosini-Brunnen
Iráklion - Café KIRKOR
Platz 2: Knossos
Wer hat nicht schon einmal davon gehört: Der sagenumwobene Palast von Knossos. Wir waren dort, weil wir uns das einfach mal anschauen wollten und uns von den Informationen vorab nicht haben abschrecken lassen. Meine persönliche Meinung ist, und ich denke, dass meine Frau diese teilt: Wenn man kein Faible für Archäologie hat, ist Knossos definitv kein Must See. Diese historische Stätte ist dermaßen überlaufen und teilweise erschreckend schlecht rekonstruiert, dass man sich fragt, was man sich dabei gedacht hat. In Ansätzen kann ich den Gedanken von Sir Arthur Evans nachvollziehen, der Nachwelt etwas von Knossos zu hinterlassen, das zeigt, wie es vielleicht gewesen sein könnte – aber dafür Materialien wie Beton zu verwenden, was das gesamte Gelände und die Stätte fast ins Lächerliche zieht…., ich weiß nicht. Wie gesagt: Meine Meinung und jeder kann darüber denken was er möchte.
minoischer Palast von Knossos
minoischer Palast von Knossos
Platz 3: Frangokástello
Sicherlich ist Frangokástello ein Stück Zeitgeschichte und schön zu sehen, dass etwas aus der Zeit um 1370 die Jahrhunderte überdauert. Ob sich das Eintrittsgeld für den Aufstieg auf den Südwestturm lohnt muss jeder selber wissen. Auch hier gilt: Wer keine Verbundenheit zur Geschichte der Venezianer hat kann sich den Besuch sparen. Drumherum ist auch nichts von besonderem Interesse, wenn man den Strand unterhalb des Kastells mal außen vor lässt.
Frangokástello
Nummer 3 bitte
Platz 4: Mires
Zu Mires gibt es keine Bilder, aber wir sind auf unserer Fahrt entlang der Südküste Zentralkretas durch den Ort gefahren und wir waren regelrecht geschockt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen!

Was wir abschließend noch zu Kreta sagen möchten: Kreta ist eine schöne Insel mit einer sehr homogenen Landschaft ohne allzuviel Abwechslung. Besonders im Frühjahr blühen viele Pflanzen, was den einen oder anderen Blickfang darstellt. Leider hat Kreta zwei große Probleme: Müll und Bauruinen – beides verunstaltet die Landschaft! Die Kreter und das Essen kann man aber nicht genug loben, denn die Freundlichkeit, die Gastfreundschaft und die Offenheit der Kreter ist bezaubernd und das Essen einfach nur lecker und überwiegend sehr gesund.

Alle Bilder des Urlaubs sind in diesem Flickr-Album zu sehen.

Letzter Sonnenaufgang
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J. Haag

Ich bin 1967 geboren und am Rande der Eifel in Oberelvenich und in der Natur aufgewachsen. Seit 1988 beschäftige ich mich mit der Fotografie.

Fotografie bedeutet für mich Entspannung und Abenteuer zu gleichen Teilen. Seit den ersten analogen Bildern begleiten mich Kameras und Objektive von Minolta und nach der Übernahme durch Sony bin ich dem System treu geblieben.

Heute nutze ich neben spiegellosen Systemkameras mit Kleinbildsensor auch wieder analoge Kameras im Kleinbild- und Mittelformat sowie Sony Cybershot-Kameras mit 1"-Sensor für meine fotografischen Arbeiten, wobei ich den elektronischen Sucher der Sony-Kameras besonders schätze.

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