Der echte Standard: 40mm

Erst kürzlich habe ich das Voigländer 65 mm/1:2,0 Macro Apo-Lanthar vorgestellt und jetzt hat bereits ein weiteres Voigtländer-Objektiv den Weg in meine Fototasche gefunden: das Voigtländer 40 mm/1:1,2 Nokton asphärisch.

„Du hast doch schon ein 35 mm/1:2,8, ein 55 mm/1,8 und ein gutes Zoom-Objektiv, welches den Bereich der Standard-Brennweite abdeckt. Was willst du denn mit einer 40 mm Festbrennweite? Außerdem: Ist ohnehin eine seltsame Brennweite, 40 mm. Oder nicht?“ – so hat ein Freund geantwortet, als ich von meinem Kauf berichtete. Richtige und gute Argumente, wie ich finde, und nicht nur deshalb, weil ich mir die gleichen Fragen während der Kaufentscheidung gestellt habe, denn mit knapp über 1.000 Euro ist das dann schon etwas mehr als nur eine Herzensentscheidung.

Technische Daten

Die technischen Daten findet ihr auf der deutschen Seite von voigtlaender.de nochmal abtippen und evtl. Fehler einbauen ist ja auch sinnlos. Hervorheben möchten ich an dieser Stelle nur die Offenblende von 1:1,2, die dieses Objektiv zum lichtstärksten Objektiv in meiner Ausrüstung macht und die Brennweite von 40 mm, die zwischen den weitwinkligen 35 mm und der Standardbrennweite von 50 mm liegt – also irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch – aber dazu später mehr.

Im Einsatz

Am Tag des Objektivkaufs war ich am Nachmittag mit einem Freund auf dem Melatenfriedhof in Köln verabredet. Übrigens eine tolle Sache: Fotografieren auf einem Friedhof, die Motive suchen, entdecken und diese bei vollkommener Ruhe zu fotografieren hat etwas Besonderes und Beruhigendes. Aber zurück zum Thema! Ich habe mich also für die Erkundung des Melatenfriedhofs ganz bewußt auf dieses eine Objektiv beschränkt – was gibt es Besseres als sich voll und ganz damit zu beschäftigen ohne von Objektivwechsel, anderer Bedienung usw. abgelenkt zu sein. Besonders spannend fand ich es herauszufinden, wie ich mit der Brennweite in Kombination mit Offenblende 1:1,2 klarkommen würde und was ich damit fotografieren könnte.

Im Bereich der Naheinstellgrenze von 35 cm und einem Abbildungsmaßstab von 1:6,2 ist das Objektiv nicht wirklich geeignet für Makros oder Detailaufnahmen. Außerdem ist das Objektiv im Nahbereich bei Offenblende etwas weich, was sich aber mit zunehmender Objektdistanz verbessert. Trotzdem gelingen formatfüllende Aufnahmen mit schönem Schärfe-Unschärfe-Verlauf. Das Bokeh ist stellenweise etwas rauh, aber im großen und ganzen erzeugt das 40 mm/1:1,2 Nokton ein wunderbares Bokeh.

Hier einige Beispiele, die mit Offenblende gemacht wurden:

Melatenfriedhof Köln
Melatenfriedhof Köln
Melatenfriedhof Köln

Besonders spannend finde ich dabei das letzte Bild, denn trotz des Bildwinkels von 55°, gelingt es mit Offenblende F1,2 die Schärfeebene so zu setzen, damit ein einzelnes Element im Bild in den Vordergrund gestellt wird, ja förmlich aus dem Bild herausspringt und den Bildeindruck eines Bildes bekommt, das mit dem Miniatureffekt gemacht wurde.

Ein weiteres, interessantes Einsatzgebiet könnte die Portraitfotografie sein. Leider hat sich noch keine Möglichkeit ergeben das zu testen, aber die folgende Aufnahme zeigt im Ansatz, was damit möglich wäre:

Melatenfriedhof Köln

Ach, und bevor ich es vergesse: Blendensterne kann das 40 mm auch, hier bei F8:

Melatenfriedhof Köln

Ansonsten ist das Objektiv wenig spektakulär, fällt an einer A7II oder A7RII nicht sonderlich auf und ist mit 420 g nicht unbedingt ein Leichtgewicht, aber auch nichts, was einen in die Knie zwingt. Die Haptik und Verarbeitungsqualität ist, wie bei den anderen Voigtländer-Objektiven (10 mm/1:5,6 und 65 mm/1:2,0), über jeden Zweifel erhaben. Verabeitungsqualität, Haptik und optische Leistung der Voigtländer-Objektive machen mich mittlerweile zu einem richtigen Fan dieser Objektivreihe und ich bin gespannt, was in der nächsten Zeit noch an weiteren, interessanten Objektiven aufgelegt wird. Das Voigtländer 21 mm/1:3,5 Color-Skopar ist bereits angekündigt und hat schon jetzt meine Aufmerksamkeit.

Mehr Bilder

Auf Flickr findet ihr im hier verlinkten Album alle Bilder, die mit dem Voigländer 40 mm/1:1,2 Nokton asphärisch gemacht wurden. Die Anzahl Bilder wird nach und nach wachsen.

Blumentopf
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J. Haag

Ich bin 1967 geboren und am Rande der Eifel in Oberelvenich und in der Natur aufgewachsen. Seit 1988 beschäftige ich mich mit der Fotografie.

Fotografie bedeutet für mich Entspannung und Abenteuer zu gleichen Teilen. Seit den ersten analogen Bildern begleiten mich Kameras und Objektive von Minolta und nach der Übernahme durch Sony bin ich dem System treu geblieben.

Heute nutze ich neben spiegellosen Systemkameras mit Kleinbildsensor auch wieder analoge Kameras im Kleinbild- und Mittelformat sowie Sony Cybershot-Kameras mit 1"-Sensor für meine fotografischen Arbeiten, wobei ich den elektronischen Sucher der Sony-Kameras besonders schätze.

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