Street mit der analogen Mittelformat :-O

Nachdem ich diverse Autofokussysteme in der Streetfotografie ausprobiert habe, stand mir der Kopf mal nach einer Herausforderung, die ich in der Verwendung der Mamiya 645 Pro TL in der Streetfotografie gesucht habe. Hier mein Erfahrungsbericht… Einige von euch kennen sicher die legendäre Mamiya 645 Pro TL; eine wunderschöne, robuste und zuverlässige, analoge Mittelformatkamera, die mich seit Ende 2016 immer wieder mal begleitet. Zur Erinnerung:
Body mit Motorgriff, Prismensucher und einer kleinen Objektivauswahl
Für Street: Body mit 80mm F1.9 und Filmtransportkurbel (der Winkelsucher fehlt)
Die technischen Details wie Größe in mm, Gewicht in Gramm (oder Kilogramm), Bilder / Sekunde usw. erspare ich euch jetzt, denn was nützt es, das Offensichtliche zu betonen: Diese Kamera ist so wie oben gezeigt mit 1.7 kg aus heutiger Sicht nicht für dieses Genre gemacht und auch zur Zeit, als diese Kamera 1997 und ihre Artgenossen das Licht der Fotowelt erblickten, gab es bereits Kameras, die besser dafür geeignet waren und im direkten Vergleich auch heute noch sind – die Mamiya 645 war eben als Studiokamera gedacht. Wenn ich mit dieser Kamera vor der Brust durch die Stadt laufe, sind mir die Blicke einiger Passanten sicher – Dinosaurier sieht man ja auch nicht alle Tage. Auffallen ist also garantiert und etwas, das der Street-Fotograf nicht wirklich möchte. Nun habe ich keine Festbrennweite für die Mamiya 645, die im Kleinbild einem 35mm Objektiv entsprechen würde und so nutze ich das Sekor-C 80mm F1.9, welches im Kleinbild ungefähr einem 50mm F1.2 entspricht. Das erlaubt mir etwas mehr Abstand zu wahren und ich brauche mich nicht so sehr aufzudrängen. 20181029_5316-TMY-05_(2) Mamiya 645 Pro TL.jpgAuf den Motorgriff verzichte ich ganz bewusst, denn auch ohne den elektrischen Filmtransport ist die Mamiya mit Spiegelschlag und Tuchverschluss schon laut genug. Mehrfach auf den Auslöser drücken wie bei einer modernen, spiegellosen Kamera geht hier auch nicht, da der Filmtransport etwas Zeit erfordert und auch so etwas komfortables wie Auto-ISO steht auf der Liste des Verzichts. Ein Wechseln der Lichtempfindlichkeit erfolgt ausschließlich über einen Wechsel des Filmmagazins und nach 15 Bildern auf dem 120er Rollfilm ist dann Filmwechsel angesagt. Alles in allem also ein System, um das man für dieses Genre einen Bogen machen sollte.Trotzdem musste ich es einfach ausprobieren und ich denke für einen ersten und einmaligen Versuch ist die Ausbeute zufriedenstellend. 20181029_5316-TMY-04_(2) Mamiya 645 Pro TL.jpg20181029_5316-TMY-03_(2) Mamiya 645 Pro TL.jpg
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Kategorien:Blogs, Kameras, Street, City & moreSchlagwörter:, , , , ,

J. Haag

Ich bin 1967 geboren und am Rande der Eifel in Oberelvenich und in der Natur aufgewachsen. Seit 1988 beschäftige ich mich mit der Fotografie.

Fotografie bedeutet für mich Entspannung und Abenteuer zu gleichen Teilen. Seit den ersten analogen Bildern begleiten mich Kameras und Objektive von Minolta und nach der Übernahme durch Sony bin ich dem System treu geblieben.

Heute nutze ich neben spiegellosen Systemkameras mit Kleinbildsensor auch wieder analoge Kameras im Kleinbild- und Mittelformat sowie Sony Cybershot-Kameras mit 1"-Sensor für meine fotografischen Arbeiten, wobei ich den elektronischen Sucher der Sony-Kameras besonders schätze.

2 Kommentare

  1. Christoph

    Analog liegt vor meiner Zeit 🙂 Trotzdem gefällt mir der Gedanke, eine Streetszene nicht „auszuschießen“, sprich zu überlegen, wann ich den Auslöser drücke. Mit so einer Kamera fällt man in der Stadt sicherlich gleich auf, bewundere deinen Mut.
    Wie kommst du eigentlich auf die EXIF Infos? Und wie digitalisierst du deine Bilder? (Das war mal ein Thema bei uns, als es darum ging, alte analoge Fotos in digitaler Form zu erhalten; haben uns für einen Onlinedienstleister entschieden und vernünftig aussortiert).

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