Die positive Kraft der Fotografie

Jeder, der in seinem Leben einen Platz für das Fotografieren hat, kennt die positive Wirkung der Tätigkeit auf Geist, Seele und manchmal auch auf den Körper. Heute möchte ich aber von der positiven Wirkung auf die Menschen vor der Kamera berichten, von der Wirkung auf eine Frau, die mir von der positiven Veränderung erzählt hat und die mich erst auf die Idee gebracht hat, darüber zu schreiben.

Das Leben ist voller, kleiner und wenig wichtiger Zufälle und manchmal gibt es diesen einen, besonderen Zufall, der vieles verändert. Dieser eine, besondere Zufall lies mich vor einiger Zeit ein junge Frau kennenlernen. Wir verabredeten uns, kamen ins Gespräch, unterhielten uns darüber was wir so machen und womit wir unsere freie Zeit verbringen und natürlich kam das Gespräch auch auf die Fotografie – ein Thema, bei dem ich mich dann zügeln muss. Also sprachen wir über das Genre der Porträtfotografie und ich fragte sie, ob sie sich gerne mal von mir fotografieren lassen möchte. Die erste Reaktion war schüchterne Zurückhaltung und wenig begeisterte Zustimmung, verbunden mit einem Gespräch über Selbstbewusstsein, die Beziehung zum eigenen Körper und dessen Makel und Fehler. Sie selber schien sich nicht für fotogen zu halten – anders konnte ich mir die Überraschung als Reaktion auf meine Frage nicht erklären. An viele Details des weiteren Gesprächverlaufs kann ich mich nicht mehr erinnern, weiß aber noch, dass wir uns für ein nächstes Treffen in privaten Räumlichkeiten verabredeten, bei dem ich sie unangekündigt und ungeplant mit der Kamera konfrontiert habe und sie erste, vorsichtige Kontakte zu meiner Kamera, mir als Fotograf und dem Gefühl knüpfen konnte, als Model vor der Kamera zu stehen. So entstanden die ersten Porträtaufnahmen in einer ungeplanten und trotzdem entspannten Atmosphäre, in der nichts musste aber alles konnte. Zeigen kann ich die Bilder zum Schutz der Person, um die es in diesem Beitrag geht, allerdings nicht – ich bitte um Verständnis. Sagen kann ich jedoch, dass diese ersten Aufnahmen eine unglaublich Begeisterung ausgelöst haben und nach ein, zwei Porträt- Sessions habe ich sie dann gefragt, ob sie Interesse an Akt oder Teilakt hätte.

Wer hätte damit gerechnet, dass sie relativ schnell zustimmte? Ich nicht, denn sich für „normale“ Kopf-, Oberkörper- oder Ganzkörper-Porträts vor die Kamera zu stellen ist etwas gänzlich anderes, als sich in Unterwäsche oder ganz ohne Kleidung vor der Kamera zu zeigen. So entstanden bei einem ersten Akt-Shooting folgende Aufnahmen:

Am Fenster
Am Fenster
20180221_DSC01040_ILCE-7RM2.jpg
Ups, wie konnte das passieren?
20180221_DSC01119_ILCE-7RM2.jpg
Prickelnd

Als wir über die Bilder dieser Session gesprochen haben wurde seitens des Models relativ schnell der Wunsch nach weiteren Bildern dieser Art geäußert, die dann auch gerne etwas mehr zeigen dürfen. Also wurde ein weiterer Termin gefunden und im Detail besprochen, welche Art Bilder entstehen sollen. Die Wahl viel auf ästhetische Bilder, welche Details des weiblichen Körpers herausarbeiten so wie das letzte Bilder aus der Reihe oben (Bodyparts) und dabei wenig zeigen sollen. Also keine Bilder, die ins pornografische abdriften sondern eher die Phantasie anregen sollen. Hier eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der entstandenen Bilder:

20180326_DSC01172_ILCE-7RM2.jpg
Sweat
20180326_DSC01188_ILCE-7RM2.jpg
Wet Dreams
20180326_DSC01213_ILCE-7RM2.jpg
Don‘t look
20180326_DSC01243_ILCE-7RM2.jpg
Shape of heart
20180326_DSC01249_ILCE-7RM2.jpg
Pearls

Besonders gut gefallen hat uns beiden die Umsetzung mit den Wassertropfen, auch wenn dazu im Vorfeld einiges an Recherche und Ausprobieren notwendig war um das richtige Verhältnis von Körperöl, Glycerin und Wasser hinzubekommen.

Das Model war und ist immer noch von diesen Bildern begeistert, schwärmt heute noch davon und wir sprechen immer wieder davon, welchen Effekt diese Bilder, sowohl im Moment des Entstehens als auch beim Betrachten auf sie als Mensch, ihr Körpergefühl und ihr Selbstbewusstsein haben. So sind diese und auch die nachfolgenden Fotosessions für uns beide nachhaltige und unvergessliche Erfahrungen geworden, die uns im Umgang mit dem Thema und bei der Betrachtung des eigenen und fremder Körper haben reifen lassen. Und so wie das Model mir immer wieder dafür dankt, was ich indirekt für sie und ihr Selbstwertgefühl getan habe, so muss ich meiner lieben Freundin dafür danken mir diese Möglichkeit gegeben zu haben, diese Aufnahmen machen zu dürfen.

Werbeanzeigen

Kategorien:BlogSchlagwörter:, , , , , , , , , , ,

J. Haag

Ich bin 1967 geboren und am Rande der Eifel in Oberelvenich und in der Natur aufgewachsen. Seit 1988 beschäftige ich mich mit der Fotografie.

Fotografie bedeutet für mich Entspannung und Abenteuer zu gleichen Teilen. Seit den ersten analogen Bildern begleiten mich Kameras und Objektive von Minolta und nach der Übernahme durch Sony bin ich dem System treu geblieben.

Heute nutze ich neben spiegellosen Systemkameras mit Kleinbildsensor auch wieder analoge Kameras im Kleinbild- und Mittelformat sowie Sony Cybershot-Kameras mit 1"-Sensor für meine fotografischen Arbeiten, wobei ich den elektronischen Sucher der Sony-Kameras besonders schätze.

2 Kommentare

  1. Christoph

    Ganz ehrlich: dein bester Beitrag. Nicht der erotischen Fotos wegen (denn die sind richtig gut umgesetzt), sondern deiner Art mit dieser Situation umzugehen und auch noch darüber zu schreiben

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.